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EbM 2008: Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege
9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

22.02. - 23.02.2008 in Witten

KBV-Innovationsservice: Beispiel „Kapsel-Endoskopie“

Meeting Abstract

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Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege. 9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Witten, 22.-23.02.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08ebmV12

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2008/08ebm02.shtml

Veröffentlicht: 12. Februar 2008

© 2008 Schiffner.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Dem KBV-Innovationsservice wurde das diagnostische Verfahren der Kapsel-Endoskopie vorgestellt. Ziel der Bewertung war, ob und bei welchen Indikationen sie schon soweit wissenschaftlich evaluiert ist, um eine Beratung im G-BA zu rechtfertigen.

Methoden

Die Bewertung wurde anhand der publizierten Kriterien des KBV-Innovationsservice vorgenommen. Als Grundlage dienten die zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie eigene Literaturrecherchen. Drei Kernfragen waren zu beantworten: Ist die Innovation Methoden, die in der GKV zur Verfügung stehen, überlegen (z.B. im Hinblick auf Sensitivität, Spezifität etc.)? Ist der Einsatz der diagnostischen Methode therapierelevant z.B. durch Änderung des Behandlungsablaufes? Können durch den Einsatz patientenrelevante Endpunkte verbessert werden?

Ergebnisse

Zwei Hauptindikationen wurden identifiziert: okkulte gastrointestinale Blutungen (OGIB) sowie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) im Dünndarmbereich. Dabei Einsatz der Kapsel-Endoskopie als Second Line Diagnostik nach ergebnisloser Gastro-, Koloskopie. Die Literaturrecherche ergab einen Rct, mehr als 100 prospektive Kohortenstudien, Leitlinien sowie HTA-Berichte und Metaanalysen. In den Kerndaten sind >5000 Patienten für die OGIB und >500 Patienten für die CED dokumentiert. Die Nutzenbelege aus den Informationssynthesen zeigen für die OGIB die diagnostische Überlegenheit gegenüber vorhandenen Verfahren, dokumentieren Änderungen der Behandlungsstrategien und weisen auf patientenrelevante klinische Auswirkungen hin. Die Mehrzahl der Informationssynthesen empfehlen die Kapsel-Endoskopie insbesondere bei der OGIB. Die Datenlage zur CED ist zur Zeit weniger gut. Hier sind die Unterschiede zu Standardverfahren nicht statistisch signifikant. Das Risiko des Verfahrens ist bei Berücksichtigung der Kontraindikationen eher als gering einzuschätzen. Ebenso die durch die Untersuchung verursachte Patientenbelastung.

Schlussfolgerung/Implikation

Die Kapsel-Endoskopie ist gerade auch im Vergleich zu anderen vorgestellten Innovationen bereits deutlich weiter wissenschaftlich evaluiert. Ihr Einsatz wird in Informationssynthesen und HTA-Berichten nicht nur beschrieben, sondern insbesondere für die OGIB empfohlen. Eine Beratung im G-BA ist deshalb gerechtfertigt. Ob und für welche Indikationen eine Aufnahme in den ambulanten Leistungskatalog in Frage kommt, dafür muss das Ergebnis einer G-BA-Beratung aber abgewartet werden.