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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Epidemiologie und Verlauf von Uveitis im Kindesalter in Hinblick auf Schwere der Komplikationen und immunsuppressive Therapie

Epidemiology and course of pediatric uveitis in regard to severity of complications and immunosuppressive therapy

Meeting Abstract

  • M. S. Enzmann - Interdisziplinäres Uveitiszentrum Heidelberg
  • J. Grulich-Henn - Interdisziplinäres Uveitiszentrum Heidelberg
  • M. D. Becker - Interdisziplinäres Uveitiszentrum Heidelberg
  • F. Mackensen - Interdisziplinäres Uveitiszentrum Heidelberg

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSO.13.05

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog505.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Enzmann et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Patienten bis 18 Jahre stellen nur etwa 10% der Uveitispatienten, scheinen jedoch einen schwereren Verlauf zu nehmen. Ziel dieser Studie war, unsere Patienten retrospektiv zu analysieren, um bessere Erkenntnisse zu Ätiologie und Prognose zu gewinnen.

Methode

Aus der Heidelberger Uveitisdatenbank wurden Patienten mit Erkrankungsbeginn unter 19 Jahren rekrutiert. Demographie der Patienten, Art der Uveitis, Verlauf, Komplikationen, Behandlung und Behandlungserfolg wurden ermittelt.

Ergebnisse

Wir konnten 186 Patienten einschließen, hiervon waren 88 männlich, 98 weiblich. Der Altersmedian bei Erstvorstellung lag bei 15 Jahren (1-28). Bei 52% der Patienten lag eine anteriore Uveitis vor, davon waren 25% primär, 70% sekundär (vorwiegend Juvenile Idiopathische Arthritis). Bei 26% der Patienten dokumentierten wir eine intermediäre Uveitis, davon waren 65% primär. 19% der Patienten hatten eine posteriore Uveitis, davon 9% primär, 82% sekundär. Bei 3% der Patienten wurde eine Panuveitis beschrieben, ohne endgültige Spezifikation. 166 Kinder erhielten verschiedene, zum Teil kombinierte Therapien: lokale Corticosteroide (n=49), systemische Corticosteroide (n=111), nicht steroidale Antiphlogistika (n=27), Methotrexat (n=52), Azathioprin (n=20), Mycophenolatmofetil (n=8), Ciclosporin (n=17), Etanercept (n=4), Cyclophosphamid (n=2), Tacrolimus (n=1), Sulfasalazin (n=3), Immunglobulininfusionen (n=1) und andere systemische nicht- immunsupressive Therapien (n=40). 18% der Patienten wurden operiert: Katarakt (n=21), Glaukom (n=5), Hornhaut (n=3), Hinterabschnitt (n=20), andere (n=6). Einen Visus < 0,1 dokumentierten wir bei 13% der Patienten bei Erstvorstellung, bei 10% der nachuntersuchten Patienten nach 1 Jahr, bei 12% nach 3 Jahren, bei 34% nach 5 Jahren.

Schlussfolgerungen

Kindliche Uveitis benötigt spezielles Augenmerk wegen häufiger Komplikationen und schwieriger Therapie. Ein interdisziplinäres Vorgehen bietet sich hierzu an. Unsere Untersuchungen scheinen zu bestätigen, dass es über einen längeren Krankheitsverlauf zu einem schlechteren Sehen kommt, wobei die kleine Fallzahl der Kohorte nach 5 Jahren und die negative Selektion der Patienten eines spezialisierten Zentrums beachtet werden müssen.