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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Autoantikörper-Profile in einem durch Hitzeschockprotein 27 induzierten Glaukom-Tiermodell

Autoimmunity in a glaucoma animal model induced through heat shock protein 27

Meeting Abstract

  • D. Kraft - Department of Ophthalmology, University of Mainz, Germany
  • S. C. Joachim - Department of Ophthalmology, University of Mainz, Germany
  • N. Pfeiffer - Department of Ophthalmology, University of Mainz, Germany
  • W. F. Holt - Alcon Laboratories, Fort Worth, Texas, USA
  • M. B. Wax - Alcon Laboratories, Fort Worth, Texas, USA
  • F. H. Grus - Department of Ophthalmology, University of Mainz, Germany

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSA.12.04

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog371.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Kraft et al.
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Gliederung

Text

Ziel

In vorherigen Studien konnten erhöhte Antikörpertiter gegen Hitzeschockprotein 27 (HSP27) im Serum von Glaukompatienten nachgewiesen werden. HSPs spielen für das Überleben von Zellen unter Normal- und Stressbedingungen eine wichtige Rolle. Im Tiermodell sollte untersucht werden, ob eine Immunisierung mit HSP27 einen Verlust an retinalen Ganglienzellen (RGCs), der dem bei Glaukompatienten ähnlich ist, bewirkt.

Methode

Lewis-Ratten wurden mit 100mg HSP27 (plus Freunds Adjuvant und Pertussis Toxin) geimpft und in 3 Gruppen unterteilt: Ratten der Gruppe 1 wurden nach 4 Wochen getötet (n=6), jene der Gruppe 2 nach 5 Wochen (n=6) und die der Gruppe 3 nach 6 Wochen (n=9). Kontrolltiere, die nicht geimpft wurden, wurden nach 6 Wochen getötet (n=10, Gruppe 4). Bei Gruppe 3 und 4 wurde der intraokuläre Druck vor Immunisierung und 2 und 4 Wochen danach gemessen. Vor Immunisierung und 2 und 4 Wochen danach wurde bei Gruppe 3 und 4 Blut entnommen. Am Tag der Tötung wurde bei allen Gruppen Blut entnommen. Die Antikörperprofile gegen retinalen Antigene im Serum wurden mittels Western Blot untersucht und digitalisiert. Die Antikörpermuster wurden mittels multivariater statistischer Verfahren analysiert. Am Ende der Studie wurden die Augen entnommen und in 4% Paraformaldehyd fixiert; die Flatmounts wurden mit Brn-3a gefärbt, welches die Nuclei der RGCs detektiert. Eine Computer-assistierte Quantifizierung der Dichte der RGCs wurde durchgeführt.

Ergebnisse

Es wurde keine signifikante Änderung des IODs im Verlauf der Studie festgestellt. Bei den immunisierten Tieren zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe ein Verlust von RGCs (p<0.05). Alle Tiere zeigten komplexe Antikörperprofile. Mittels multivariater statistischer Methoden konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen 1 und 4 (p<0.05) gefunden werden. Gruppe 3 zeigte nach 2 Wochen einen signifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe, nicht jedoch nach 4 und 6 Wochen. Zwischen Gruppe 2 und 4 gab es keinen signifikanten Unterschied.

Schlussfolgerungen

Nach Immunisierung mit HSP27 entwickelten die Versuchstiere komplexe Antikörperprofile gegen retinale Antigene. In vorhergehenden Studien konnten spezifische Antikörperprofile gegen retinale Antigene bei Glaukompatienten nachgewiesen werden. Daher könnte dieses Tiermodell einen erfolgsversprechenden Ansatz bieten, die Rolle anti-retinaler Antikörper und in der Pathogenese des Glaukoms zu erklären.

Gefördert durch Boehringer-Ingelheim-Stiftung