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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Projektauswertung „Augen-Check für Kinder“. Wie sinnvoll sind Reihenuntersuchungen im Vorschulalter?

Results from "Augencheck für Kinder". An ophthalmologic examination of young children

Meeting Abstract

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  • P. Kaulen - Augenarztpraxis, Berlin
  • C. Wiemer - Augenarztpraxis, Berlin

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogSA.05.06

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog311.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Kaulen et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Die vorschulische augenärztliche Betreuung von Kindern ist lückenhaft, der bleibende Schaden durch übersehene Fehlsichtigkeiten und Motilitätsstörungen erheblich. Ziel war es, Kinder im Kindergartenalter mit auffälligen ophthalmologischen Befunden einer augenärztlichen Behandlung zuzuführen. Dieses gemeinnützige Projekt sollte auch auf die Notwendigkeit augenärztlicher Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen.

Methode

Durch das uneigennützige Engagement von 38 Berliner Augenarztpraxen konnten 6009 Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren aus 11 Berliner Stadtteilen mit einfachen Screeningmethoden untersucht werden. Das Projekt wurde durch den BVA, die Agentur für Arbeit sowie „Together e.V.“ unterstützt.

Ergebnisse

18,76% der untersuchten Kinder waren auffällig. Diese Kinder wiesen in 4,50% der Fälle Fehlstellungen und in 18,56% Fehlsichtigkeiten oder Amblyopien auf. In augenärztlicher Behandlung oder Kontrolle befanden sich von allen untersuchten Kindern 10,17%, von den auffälligen Kindern lediglich 10,63%. Bei der Analyse der sich in augenärztlicher Behandlung oder Kontrolle befindlichen Kinder konnte kein signifikanter Unterschied zwischen Kindern deutscher oder ausländischer Herkunft gefunden werden. Es gab keine Abhängigkeit vom sozialen Status des Wohnortes. In den östlichen Berliner Bezirken war der Prozentsatz der in Behandlung befindlichen Kinder signifikant höher als in den Westbezirken.

Schlussfolgerungen

Unabhängig von Herkunft und sozialem Stand wurde eine hohe Anzahl von behandlungsbedürftigen Kindern aufgedeckt. Die durchgeführten Screeninguntersuchungen belegen die Notwendigkeit ophthalmologischer Vorsorge im Kindesalter. Es besteht Aufklärungsbedarf bei Bevölkerung und Politik. Die Erfahrungen mit augenärztlicher Vorsorge im ehemaligen Ostberlin scheinen Eltern dazu zu bewegen, ihre Kinder häufiger beim Augenarzt vorzustellen.