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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e. V. (DOG)

21. - 24.09.2006, Berlin

Fallvorstellung: Keine Übertragung von Rabies-Viren nach perforierender Keratoplastik mit Tollwut-infizierter Spenderin in zwei Fällen

Case report: No transmission of rabies virus in two patients following corneal transplantation of two donor buttons from a rabies infected donor

Meeting Abstract

  • J. M. Vetter - Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Augenklinik
  • L. Frisch - Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Augenklinik
  • B. Dick - Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Augenklinik
  • R. S. Ross - Universitätsklinikum Essen, Institut für Virologie
  • B. Wolters - Universitätsklinikum Essen, Institut für Virologie
  • M. Roggendorf - Universitätsklinikum Essen, Institut für Virologie
  • T. Müller - Friedrich-Loeffler-Institut, Wusterhausen
  • M. Riffelmann - Klinikum Krefeld, Institut für Virologie
  • N. Pfeiffer - Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Augenklinik

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.. 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Berlin, 21.-24.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dogDO.09.02

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dog2006/06dog067.shtml

Veröffentlicht: 18. September 2006

© 2006 Vetter et al.
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Gliederung

Text

Ziel

Die Infektion mit dem Rabies-Virus führt zum Ausbruch der Tollwut und im Verlauf der Erkrankung unweigerlich zum Tod. Neben dem klassischen Infektionsweg, dem Fleischbiss durch ein infiziertes Tier, sind auch Fälle einer Übertragung des Virus im Rahmen einer perforierenden Keratoplastik beschrieben worden.

Methode

Klinische Falldarstellung

Ergebnisse

Wir berichten über einen 59-jährigen Patienten und eine 40-jährige Patientin, welche im Rahmen einer perforierenden Keratoplastik Hornhäute einer an Rabies infizierten Multiorganspenderin erhielten. Erst nachdem 3 der 6 Organempfänger dieser Patientin an dem tödlichen Virus erkrankten wurde 51 Tage nach Organentnahme die Rabies-Infektion der Spenderin gesichert. Ein sofortiger Austausch der Transplantate sowie die passive und aktive Schutzimpfung der nicht gegen Rabies geimpften Hornhautempfänger wurden durchgeführt. Die darauf folgenden Untersuchungen zeigten 2 bzw. 1 Monat nach der Impfung Antikörper-Titer über der Immunitätsgrenze von 0,5 IU/ml. Weder im Blut und Speichel noch in den explantierten Hornhäuten der Patienten konnte der Virus nachgewiesen werden. Eineinhalb Jahre nach der ersten Keratoplastik besteht kein Anhalt auf Infektion mit Rabies.

Schlussfolgerungen

Wir beschreiben den einzigartigen Fall zweier Hornhautempfänger einer an Rabies infizierten Multiorganspenderin. Beide haben sich nicht mit Tollwut infiziert. Präexpositionell können chemische Prozesse oder die Verdünnung der Viruslast während der Konservierung der Transplantate, postexpositionell die Schutzimpfung für die Rettung der Patienten verantwortlich sein.