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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Gesundheitsökonomische Implikationen bei der Implementierung einer flächendeckenden evidenzbasierten Asthmatherapie – Ist Versorgungs-verbesserung bezahlbar?

Meeting Abstract

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  • Marcus Redaelli - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Witten
  • Stephanie Stock - Universität zu Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln
  • Anja Weber - Universität zu Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln
  • Helmut Brunner - Universität zu Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP5.7

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf171.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Redaelli et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Können die zu erwartenden positiven Effekte auf die Versorgungsqualität bei der Implementierung einer leitlinienbasierten Asthmatherapie genügend potentielle Einsparungen generieren, um den zusätzlichen Ressourceneinsatz, der zum Abbau der Unterversorgung in der ambulanten und medikamentösen Therapie notwendig ist, zu kompensieren?

Methoden: Die vorliegende Studie modelliert die Bestimmung des Break Even Points (Rentabilitätsschwelle) bei der Implementierung einer flächendeckenden, evidenzbasierten Asthmatherapie. In mehreren Szenarien wird analysiert, wann sich potentielle Mehrkosten der evidenzbasierten Therapie durch potentielle Einsparungen aus verringerten direkten und indirekten morbiditäts- und mortalitätsbedingten Kosten amortisieren. Die Analyse erfolgt aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive.

Ergebnisse: Wenn lediglich kurzfristige Auswirkungen der evidenz-basierten Therapie auf Kosten und Versorgungsqualität berücksichtigt werden, scheint die Erreichung der Rentabilitätsschwelle unrealistisch zu sein. Werden langfristige Effekte auf die Versorgungsqualität in die Analyse einbezogen, so liegt der zu vermeidende Anteil an Krankenhauskosten bzw. Produktivitätsverlusten zur Erreichung der Rentabilitätsschwelle je nach Szenario zwischen 15% und 43%.

Schlussfolgerung: Die Implementierung einer flächendeckenden, evidenzbasierten Asthmatherapie scheint aufgrund der durchschnittlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patientenkollektivs zumindest mittel- und langfristig kostenneutral möglich zu sein. Die nach der vorliegenden Analyse notwendigen Einsparungen von 15% bis 43% scheinen aufgrund der derzeitigen Studienlage realistisch.


Literatur

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