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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Korrosionsverhalten von Tantal-beschichteten CoCr-Halsmodulen tri-modularer Hüftprothesenschäfte im Vergleich zu Halsmodulen aus Titanlegierung

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Ulrich Dorn - Univ.Klinik f. Orthopädie PMU Salzburg, Salzburg, Austria
  • Mario Frank - Intraplant GesmbH, Mödling, Austria

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGR13-397

DOI: 10.3205/12dkou434, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou4343

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Dorn et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Mit trimodularen (Schaft,Halsteil,Kopf) Schäften kann die individuelle Anpassung des Prothesensystems erleichtert werden.Vorteilhaft ist dies in Hinblick auf Angleichung der Beinlänge,des Off-set,der Muskelspannung und des impingementfreien ROM.Nachteilig ist das Risiko des Implantatbruchs,meist als Bruch des Halsmoduls.Mikrobewegungen der Konus-Kupplung führen zu Reibkorrosion,gesteigerten Repassivierungsvorgängen, Absinken des pH-Wertes im Bereich der Kupplung und letzlich über Spaltkorrosion zur Gefährdung des Implantates.Korrosionserscheinungen sind sowohl bei Verwendung von Titan-Halsmodulen als auch bei Verwendung von Halsmodulen einer CoCr-Legierung bekannt.Es erhebt sich die Frage,ob durch Tantalbeschichtung von CoCr-Modulen Korrosionsveränderungen verhinderbar sind.

Methodik: 6 Ana Nova trimodulare Prothesenschafte wurden entweder mit Titan-Halsmodulen (Gruppe A,n=3) oder mit Tantal-beschichteten Co-Cr-Halsmodulen (Gruppe B,n=3)gefügt.Ein Schaft jeder Gruppe wurde trocken gefügt,je ein Schaft in Kälberserum und je ein Schaft in Kälberserum unter Beifügung von Knochenpartikeln.Die Belastung im Simulator erfolgte in zwei Abschnitten.Abschnitt I: 1,5 Mio Zyklen,5000 N und Pulsierfrequenz 15 Hz; Abschnit II: 1,5 Mio Zyklen,3000 N, Pulsiefrequenz 1 Hz, 4-stündige Ruhephase in 24 Stunden.Simulation in Kälberserum bei konstant 37° Celsius.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Nach Entkoppelung der Prothesen zeigte das trocken gefügte Titanmodul nur geringe Oberflächenbeläge,während die Titanmodule "Serum" und "Serum+Knochenpartikel" starke Beläge und korrosive Veränderungen aufwiesen.Mit diesem Versuchsaufbau konnte erstmals Korrosion an Titan-Oberflächen in vitro simuliert werden.Bei den Tantal-beschichteten Co-Cr-Halsmodulen konnten keine Spuren von Korrosion nachgewiesen werden.Somit konnte im Simulatorversuch die Korrosionsbeständigkeit Tantal-beschichteter Halsmodule erstmals nachgewiesen werden.Daraus ergeben sich neue Aspekte für den klinischen Einsatz trimodularer Prothesenschäfte.