gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Prognosefaktoren für das Überleben bei Spondylodiszitis

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • presenting/speaker Daniel Hensler - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Abteilung für Unfallchirurgie, Murnau, Germany
  • Matthias Militz - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Murnau, Germany
  • Volker Bühren - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Murnau, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI48-1260

DOI: 10.3205/12dkou261, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2612

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Hensler et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die Abschätzung der Prognose einer Spondylodiszitis bei Hospitalisation ist bisher nur unzureichend erforscht. Welche Parameter können für die Prognoseabschätzung des Überlebens bei Spondylodiszitis ermittelt werden?

Methodik: Retrospektives Studiendesign. Im Zeitraum vom 01.01.2008 bis 01.12.2011 wurden alle Patienten, die mit der gesicherten Diagnose einer Spondylodiszitis behandelt wurden, in dieser Studie eingeschlossen. Als Zielparameter wurde das Überleben/Versterben der Patienten betrachtet und die Faktoren ermittelt, die statistisch die Prognose der Erkrankung einschätzen lassen. Es erfolgte die retrospektive Analyse der erhobenen Laborparameter, der mikrobiologischen Befunde und Begleiterkrankungen unter Berücksichtigung des klinischen Outcomes.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Vom 01.01.2008 bis 01.12.2011 wurden 60 Patienten mit einer Spondylodiszitis behandelt. Das Durchschnittsalter betrug 69,1 Jahre (Range 22J.-88J.; geschlechtsspezifische Verteilung: Frauen 26; Männer: 34) Die mittlere Aufenthaltsdauer in der Klinik lag bei 45,4 Tagen (SD 33,3; range 2-199Tage).

10 Patienten verstarben nach durchschnittlich 17,1 Tagen. (Gruppe I)

Die Überlebenden (Gruppe II) waren durchschnittlich 52,5 Tage im Krankenhaus und wurden zu 40% nach Hause entlassen, 43,3% in die Reha oder nach Infektsanierung in die zuverlegende Klinik zurückverlegt.

Betroffen war in beiden Gruppen überwiegend die LWS, mehr als ein Segment war in 6 Fällen zu beobachten.

Der CRP-Wert bei Aufnahme war in Gruppe 1 mit 20,4 mg/dl deutlich höher als in Gruppe 2 mit 14,3mg/dl, allerdings war dieser Unterschied grenzwertig signifikant (p=0,051).

Als operative Verfahren kamen in beiden Gruppen die Laminektomie sowie Spondylodese in verschiedenen Methoden zur Anwendung.

Diskussion: Die Spondylodiszitis stellt ein schwerwiegendes Krankheitsbild dar und ist auch heute noch mit einer Letalität von bis zu ca. 15% vergesellschaftet.

In unserer retrospektiven Analyse konnte ermittelt werden, daß Patienten mit einem durchschnittlichen CRP-Wert von 20 mg/dl bei Aufnahme eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, im weiteren Verlauf zu versterben, als die Patienten, deren CRP-Wert im Mittel um 15 mg/dl lag. Der Unterschied war grenzwertig signifikant, was in erster Linie der weiten Streuung der CRP-Werte bei Krankenhausaufnahme sowie der dafür relativ kleinen Patientenpopulation geschuldet ist. Diese Studie weist jedoch im Vergleich zur Literatur die größte Patientenzahl auf.

Es ist bereits in dieser Population zu erkennen, daß der CRP-Wert ein geeigneter Parameter zu sein scheint, um die Prognose bei einer Spondylodiszitis abschätzen zu können.

Zusätzliche Prognoseparameter wie z.B. Gerinnungsparameter sind zu eruieren ebenso wie auch noch höhere Patientenzahlen was Gegenstand aktueller Studien darstellt.