gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
95. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
50. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

21. - 24.10.2009, Berlin

Therapie schmerzverursachender degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen mit der Kombination Oxycodon/Naloxon

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • S. Grunert - Orthopädische Praxis, Eichstätt, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 95. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 50. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 21.-24.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocPO11-976

DOI: 10.3205/09dkou606, URN: urn:nbn:de:0183-09dkou6063

Veröffentlicht: 15. Oktober 2009

© 2009 Grunert.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die Therapie starker Schmerzen mit starken Opioiden führt häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen. Speziell gastrointestinale (GI) Nebenwirkungen schränken die Patienten ein und führen nicht selten zu Therapieabbrüchen. Die Kombination aus Oxycodon und dem Antagonisten Naloxon reduziert effektiv den Schmerz und verhindert oder reduziert kausal eine Opioid-induzierte Obstipation und damit sämtliche gastrointestinale Nebenwirkungen. Ziel einer multizentrischen, Nicht-Interventionellen Studie war es, die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Kombipräparates unter praktischen Bedingungen zu untersuchen. Ergebnisse einer Subgruppenanalyse der Patienten mit degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen werden hier dargestellt.

Methodik: Während der 4-wöchigen Behandlungsphase einer prospektiven Nicht-Interventionellen Studie waren die Untersuchungstermine wie folgt festgelegt: Eingangstermin, nach 1, nach 2 (optional) und nach 4 Wochen. Die analgetische Wirksamkeit der Oxycodon/Naloxon Kombination wurde anhand der Schmerzintensität (NRS 0-10) gemessen. Die Darmfunktion wurde mittels Bowel Function Index (BFI 0-100) und die Lebensqualität (QoL) mittels BPI-SF (NRS 0-10; Summenscore 0-70) bewertet. Die Stärke der GI Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwindel wurden mittels einer 5-Punkte Skala (gar nicht -extrem) beurteilt. Am Ende der Beobachtungsphase bewerteten die behandelnden Ärzte die Verträglichkeit im Vergleich zur Vortherapie mittels eine 5-Punkte Skala (viel schlechter bis viel besser).

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 5069 Patienten der insgesamt 7836 eingeschlossenen Patienten litten unter Schmerzen bedingt durch degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und wurden einer erneuten Analyse unterzogen. Der überwiegende Teil dieser Patienten (67%) wurden Anfangs auf 2x 10/5 mg, 20% der Patienten auf 2x 20/10mg Oxycodon/Naloxon eingestellt. Die restlichen Patienten erhielten andere Dosierungen. Am Ende der Beobachtungszeit waren 53% auf 2x 10/5 mg und 32% der Patienten auf 2x 20/10mg Oxycodon/Naloxon eingestellt. Im Verlauf von 4 Wochen nahm die durchschnittliche Schmerzintensität von 5,5 auf 3,0 ab. Der BFI verbesserte sich von 38,6 auf 14,8. Die Beeinträchtigung aller 7 QoL Parameter verringerte sich deutlich. Der Summenscore der Beeinträchtigung reduzierte sich von 40,6 auf 23,8. Auch die GI Symptome nahmen deutlich ab. In der Abschlussbeurteilung bewerteten über 80% der Ärzte die Verträglichkeit gegenüber der Vortherapie als "viel besser" und "besser".

Die Kombination aus Oxycodon und Naloxon hat in der Therapie von Schmerzen, bedingt durch degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, zu klinisch relevanten Verbesserungen der Schmerzintensität und der Darmfunktion geführt. Gastrointestinale Nebenwirkungen konnten reduziert werden.

Fazit: Die überlegene Verträglichkeit der Kombination hat zu der Steigerung der Lebensqualität geführt.