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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Implantation einer UNI-2™ Tumorhandgelenkprothese bei einem Patienten mit Riesenzelltumor des distalen Radius

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Hans-Georg Damert - Uniklinik Magdeburg, Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Magdeburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh79

DOI: 10.3205/09dgh79, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh792

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Damert.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Riesenzelltumoren entstehen häufig an den epiphysären Wachstumszonen der langen Röhrenknochen. Man findet sie aber auch an Gelenken oder auch im Gelenk selbst. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene am Femur, an der proximalen Tibia oder auch an Füssen und Fingern. Der Tumor ist mit ca. 9 Neuerkrankungen pro 1 Millionen Einwohner eher selten.

Methodik: Ende vergangenen Jahres stellte sich ein 36-jähriger Patient mit einem unklaren Tumor im Bereich des radialen Handgelenkes in unserer Sprechstunde vor. Im Rahmen der Diagnostik wurde der Verdacht auf einen Riesenzelltumor des distalen Radius-Drittels geäußert. Radiologisch zeigte sich, dass die Kortikalis großenteils bereits durchbrochen war, ebenso die Gelenkfläche des distalen Radius. Der Patient wünschte dringend die bestmögliche Erhaltung der Handgelenkbeweglichkeit und lehnte eine Einsteifung ab. Eine Möglichkeit der Rekonstruktion mit autologem Material sahen wir nicht. Aufgrund der guten Erfahrungen mit der UNI-2™ Handgelenkprothese hatten wir die Idee, mit ARGO-Medical zusammen eine Tumorhandgelenkprothese auf deren Basis zu entwickeln.

Ergebnisse: Zunächst erfolgte die Resektion des Tumors, wobei der distale Radiusanteil komplett reseziert wurde. Die zwischenzeitliche Stabilisierung wurde mit einem Fixateur externe vorgenommen. Die Diagnose Riesenzelltumor bestätigte sich. Nach einer Nachresektion der Weichteile bestand histologisch eine R0-Situation. Anhand der Röntgenbilder wurde dann die Prothese mit verlängertem Schaft geplant und schließlich implantiert. Zur Reduktion der Hebelkräfte diente ein Polyethylen-Spacer. Die karpale Komponente entsprach der der Standardprothese. Die bisherige Nachbehandlung verläuft komplikationslos und entsprechend der üblichen Vorgehensweise. Der Faustschluss ist fast komplett, die aktive Beweglichkeit im Handgelenk derzeit 15-0-15, sechs Wochen postoperativ.

Schlussfolgerung: Die Implantation der UNI-2™ Tumor-Handgelenkprothese war nach unserer Kenntnis die erste in Deutschland. Hiermit erscheint für spezielle Indikationen die Funktionserhaltung des Handgelenkes auch nach Resektion von mehr als nur der Gelenkfläche möglich. Langzeitergebnisse und Erfahrungen größerer Serien gibt es unseres Wissens nach nicht. Zum Kongress kann der Verlauf bis sechs Monate postoperativ vorgestellt werden.