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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Klinische und radiologische Langzeitergebnisse nach Handgelenksdenervation

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Bernd Hohendorff - Klinik für Handchirurgie Bad Neustadt Saale, Handchirurgie, Bad Neustadt, Deutschland
  • Marion Mühldorfer
  • Karl-Heinz Kalb
  • Jörg van Schoonhoven
  • Karl-Josef Prommersberger

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh23

DOI: 10.3205/09dgh23, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh235

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Hohendorff et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Ziel dieser retrospektiven Studie war es, klinische und radiologische Langzeitergebnisse nach Handgelenksdenervation nach Wilhelm zu evaluieren.

Methodik: Von 59 Patienten (39 Männer, 20 Frauen, Altersmedian bei Operation 48 (17–75) Jahre), bei denen zwischen 1994 und 2000 eine komplette Handgelenksdenervation durchgeführt wurde, konnten nach durchschnittlich 11 (8–15) Jahren 37 Patienten nachuntersucht werden. Bei 17 der 37 nachuntersuchten Patienten war der Grund für die Denervation eine Radiokarpalarthrose bei distaler Radiusfraktur. Untersucht wurde die Beweglichkeit des Handgelenkes, die grobe Kraft und die Stabilität. Schmerzen und Zufriedenheit mit der Operation wurden mittels VAS (0–100) ermittelt. Erfragt wurde, wann ggf. eine Schmerzreduktion eintrat, wie lange diese anhielt und wann es ggf. zu einer erneuten Zunahme der Schmerzen kam. Weiterhin wurden der Mayo Wrist und der DASH Score erfasst. Das betroffene Handgelenk wurde in 2 Ebenen geröntgt und die Aufnahmen mit den präoperativen Röntgenbildern verglichen.

Ergebnisse: Bei 6 der 37 nachuntersuchten Patienten war zwischenzeitlich eine Teil- oder Totalarthrodese erfolgt. Die mittlere Schmerzintensität der verbliebenen 31 Patienten betrug 20 (0–70) in Ruhe und 48 (0–90) bei Belastung; die Zufriedenheit 80 (10–100) (0=maximal unzufrieden, 100=maximal zufrieden). Sechsunddreißig Patienten gaben eine Besserung durch die Denervation an. Bei 23 hielt diese unverändert bis zur Nachuntersuchung an, während es bei 13 nach durchschnittlich 45 (1–120) Monaten wieder zu einer Schmerzzunahme kam. Bei 8 der 17 Patienten mit Handgelenksdenervation bei Radiokarpalarthrose nach Radiusfraktur kam es zu einer anhaltenden Schmerzreduktion. Die Extension/Flexion betrug 78% und die grobe Kraft 83% der Gegenseite. Der DASH Score wurde mit 31 (5–76) und der Mayo Wrist Score mit 69 (40–100) Punkten ermittelt. Radiologisch ergaben sich in den meisten Fällen keine gravierenden Veränderungen im zeitlichen Verlauf. Die Patienten mit den ausgeprägtesten radiologischen Veränderungen wiesen die geringsten Beschwerden und die größte Zufriedenheit auf.

Schlussfolgerung: Die Handgelenksdenervation führt insbesondere bei Patienten mit Radiokarpalarthrose nach Radiusfraktur auch langfristig zu einer suffizienten Schmerzminderung und hohen Zufriedenheit. Ursache hierfür mag sein, dass es in diesen Fällen zu keiner wesentlichen Zunahme der radiologischen Veränderungen kommt.