gms | German Medical Science

50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Plastische Operationen in der Behandlung der eiterigen Erkrankungen und Komplikationen nach Finger- und Handverletzungen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author presenting/speaker Alexander Garmaev - Russische Staatliche Medizinische Universität (Moskau), Abteilung für die allgemeine Chirurgie (PF), Moskau, Russland
  • Michail Alexeev

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh09

DOI: 10.3205/09dgh09, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh096

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Garmaev et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Im Jahre 1937 begann sich die Abteilung für die allgemeine Chirurgie (PF) der Russischen Staatlichen Medizinischen Universität (Moskau) auf die eiterigen Handerkrankungen zu spezialisieren. Seitdem sammelten wir viele Erfahrungen in der Patientenführung mit solcher Pathologie an. Wir entwickelten verschiedene Operationen und Behandlungsmethoden, die gute Ergebnisse erzielten.

Unserer Meinung nach wird das Thema der frühen plastischen Operationen in der septischen Handchirurgie zu Zeit aktuell. Es ist breit bekannt, dass die plastischen Operationen in der „sauberen“ Chirurgie aktiv verwendet werden, dagegen bleibt ihre Anwendung bei eiterigen Erkrankungen und Komplikationen beschränkt. Die Wunden nach schweren Verletzungen mit Nekrosen und Destruktionen dürfen nicht ohne zusätzliche Einmischungen lang geschlossen werden. Deswegen hat man langwierig nicht heilende chronische Wunden, Deformationen, Kontrakturen, ein Beschädigung der Finger- und Handfunktion oder Amputation, wenn wir frühe plastische Operationen nicht führen.

Methodik: Zwischen Januar 1999 und März 2009 haben wir in unserer Klinik bei der Behandlung der eiterigen Erkrankungen und Komplikationen nach Finger- und Handverletzungen 498 Patienten [Hautplastik – 461 (92,6%), Knochenplastik – 22 (4,3%), Haut-Knochenrekonstruktion – 15 (3,1%)] operiert. Das Alter der Kranken war von 15 bis zu 72 Jahren. Von ihnen waren 267 (53,6%) Männer und 231 (46,4%) Frauen.

Die folgenden Voraussetzungen sind unserer Ansicht nach für plastische Schließung eines Defektes geeignet:

  • Vorhandensein einer Beschädigung von der Phalangestirnseite;
  • Wunde einer Phalange mit der Ausdehnung mehr 1,5 cm und in die Breite über 1/4 Kreisen des Phalange;
  • nach einer Nekrektomie, wenn lebensfähige Sehnen, Gelenke und Knochen offen bleiben;
  • deutliche Diastase zwischen Knochenfragmenten nach einer Sequestrektomie;
  • Handwunder, derer Fläche mehr als 10 cm2 ist.

Eine freie Hautplastik mit einem vollschichtigen Flicken verwendeten wir in den nächsten Fällen:

  • Finger- und Handdefekte auf der Hohlhand ohne Entblößung von Sehnen, Gelenken und Knochen;
  • Finger- und Handdefekte auf dem Handrücken ohne Entblößung von tiefen Strukturen, deren Grund niedriger des Niveaus der umgebenden Haut liegt;
  • Finger- und Handwunden auf dem Handrücken mit den offenen Sehnen, deren Oberfläche zu Granulation tendiert.

Eine Kreuzhautplastik erfüllen wir für die Schließung tiefer Fingerdefekte auf der Hohlhand und der Amputationsfläche mit der Entblößung der tiefen anatomischen Strukturen.

Eine Vorbedingung für eine „italienische Plastik“ (unfreie Plastik) werden umfangreiche Wunden der Finger und der Hand mit der Entblößung von Sehnen und/oder Knochen.

Eine Plastik mit einem Flicken auf einem Gefäß-Nerven-Bündel ist bei tiefen Defekten des 1. Fingers auf der Hohlhandseite – oft mit einer Knochenentblößung, des 2. Fingers auf der radialen Fläche und des 5. Fingers auf der Ellbogenseite geeignet.

Eine Plastik mit einem lokalen Flicken erfüllen wir bei den Defekten der Stirnseite von Fingern ohne Entblößung von Knochen oder in solchen Fällen, wenn die Knochenstrukturen tiefer als Verletzungsfläche liegen.

Eine Knochenplastik wird bei dem bedeutenden Defizit der Stützstrukturen (Knochen oder Gelenke) nach einer Sequestrektomie gemacht. Am häufigsten ist es bei den septischen Prozessen zu sehen, die sich nach den offenen Brüchen mit Scherben entwickelten, wenn die Diastase zwischen den bleibenden Knochen 1,0 cm übertritt.

Eine Haut-Knochenrekonstruktion ist bei Vorhandensein von irreversibelen Veränderungen in allen anatomischen Strukturen des Fingers vorgeschrieben.

Ergebnisse: Für 475 Fälle (95,7%) haben wir die primäre Heilung von Wunden sowohl die guten fernen funktionalen als auch kosmetischen Ergebnisse der Behandlung bekommen. Die Komplikationen haben sich bei 23 Patienten (4,6%) entwickelt: eine Wundereiterung – für 6 Fälle (1,2%), eine Ortsnekrose – bei 10 Menschen (2,0%) und die Transplantatabtrennung – bei 7 Kranken (1,4%). Die Hauptgründe der schlechten Ergebnisse waren die ungenügende Vorbereitung der Wunden für die Plastik oder falsche Technik der plastischen Operationen.

Schlussfolgerung: Unsere Erfahrung und die klinischen Ergebnisse bezeugen die Vorteile und eine Notwendigkeit der aktiven Anwendung von den plastischen Operationen in der komplexen Behandlung der septischen Erkrankungen und der eiterigen Komplikationen der Handverletzungen.