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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Therapeutischer Effekte der epiduralen Applikation von Bupivacain bei schwerer akuter Pankreatitis

Meeting Abstract

  • Kai Bachmann - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • O. Mann - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • L. Tomkötter - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • T. Rawnaq - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • G. Krause - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Y. Vashist - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • C. Trepte - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • J.R. Izbicki - Universtitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch704

DOI: 10.3205/11dgch704, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7046

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Bachmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die akute Pankreatitis ist eine Erkrankung, die klinisch zum Teil fulminant verläuft. Zusammen mit dem Alkoholkonsum ist das Gallensteinleiden für 80–90% der Erkrankungsfälle verantwortlich Trotz verbesserter intensivmedizinischer Therapieregime liegt die Letalität der hämorrhagisch-nekrotisierenden Verlaufsformen der akuten Pankreatitis immer noch zwischen 45% und 60%. Unabhängig von dem auslösenden Faktor scheint die Störung der pankreatischen Mikrozirkulation entscheidend für die Progression der milden ödematösen zur hämorrhagisch-nekrotisierenden Pankreatitis zu sein. Können Mikrozirkulationsstörung verhindert oder verbessert werden, so könnte der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.

Material und Methoden: Entsprechend einer Randomisierung erfolgte die Einteilung der Versuchstiere (Deutsches Landschwein) in eine Therapiegruppe (Pankreatitis und Periduralkatheter zur kontinuierlichen Applikation von Bupivacain) oder Kontrollgruppe (Pankreatitis). Nach Anästhesie und kompletter Instrumentierung (inkl. Picccomonitoring) erfolgte die Laparotomie und entsprechend des etablierten Modells die Kanülierung des Ductus pancreaticus und Induktion einer schweren akuten Pankreatitis durch intraduktale Applikation von Glycodeoxycholsäure. Unter Sicherstellung einer optimalen Makrozirkulation erfolgte über 8 Stunden die Messung der Mikrozirkulation mittels Laser-Doppler-Imager sowie des intrapankreatischen Gewebesauerstoffpartialdrucks am offenen Abdomen. Postoperativ wurden die Tiere 7 Tage überwacht und die Überlebenszeit erhoben, bevor die überlebenden Tiere sakrifiziert und die Organe histopathologisch untersucht wurden (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Ergebnisse: Bei den Tieren mit epiduraler Gabe von Bupivacian zeigte sich eine deutlich verbesserte Mikrozikulation (PDK Gruppe 1.608,4±374,4 versus Kontrollgruppe 1.022,7±326,1; p=0,003). und besserer intrapankreatischer Gewebesauerstoffpartialdruck (PDK Gruppe 215,3±63,9 versus Kontrollgruppe 138,0±89,5; p=0,007). Während in der PDK Gruppe 12/17 Tiere (82%) den gesamten Beobachtungszeitraum überlebten, erreichten dieses nur 3/17 Tieren (29%) in der Kontrollgruppe. Das mittlere Überleben war in der PDK Gruppe signifikant länger (151,2±14,0 (95%KI 123,8–178,6) versus 102,9±15,3 (95% KI 73,0–132,9; p=0,002).

Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass durch die epidurale Applikation von Bupivacain bei schwerer akuter Pankreatitis die pankreatische Mikrozirkulation und Gewebeoxygenierung aufrecht erhalten werden können, einhergehend mit geringerer histopathologische Schädigung und letztendlich einem Überlebensvorteil. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse stellt dieses Konzept eine interessante Option für die klinische Anwendung dar.