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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Konturverbessernde Implantate in der ästhetischen Gesichtschirurgie

Meeting Abstract

  • Thomas Hierl - Universitätsklinikum Leipzig AöR, MKG-Chirurgie, Leipzig
  • Heike Hümpfner-Hierl - Universitätsklinikum Leipzig AöR, MKG-Chirurgie, Leipzig
  • Fritz Peter Schulze - HTWK, FB Maschinenbau und Energietechnik, Markkleeberg
  • Steffen Arnold - HTWK, FB Maschinenbau und Energietechnik, Markkleeberg
  • Alexander Hemprich - Universitätsklinikum Leipzig AöR, MKG-Chirurgie, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch677

DOI: 10.3205/11dgch677, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6770

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Hierl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Störungen der Symmetrie und Kontur des Gesichtsschädels werden meist mit autologen Transplantaten bzw. Osteotomien korrigiert. Postoperative Transplantatresorptionen, Rezidive und ästhetische Defizite bei der Korrektur von Asymmetrien lassen in bestimmten Fällen den Einsatz alloplastischer Implantate angezeigt erscheinen. In Kombination mit dreidimensionaler Datenerfassung (CT, optischer Oberflächenscan) und dreidimensionaler kephalometrischer Analyse werden deshalb alloplastische Gesichtsimplantate seit meheren Jahren an unserer Klinik eingesetzt.

Material und Methoden: Bei 18 Patienten wurden im Zeitraum 2006–2009 insgesamt 26 alloplastische Implantate aus verschiedenen Materialien eingesetzt. Nach dreidimensionaler Analyse der zugrundeliegenden CT bzw. Oberflächenscannerdaten wurden diese entweder durch CAD-CAM-Techniken oder durch Individualisierung konfektionierter alloplastischer Implantate erstellt. Als Implantatmaterialien kamen Titan, Keramik und Polyethylen zum Einsatz (Abbildung 1 [Abb. 1]). Bis auf ein Implantat, das über einen Bügelschnitt eingebracht wurde, wurde immer ein intraoraler Zugang gewählt. Alle Implantate wurden mit Titanminischrauben auf der knöchernen Unterlage fixiert. Die Patienten konnten in zwei Gruppen unterteilt werden: die größere Gruppe bestand als Patienten mit angeborenen Fehlbildungen (u. a. Treacher-Collins-Syndrom, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten), die kleinere aus Patienten mit einem ausgeprägten Gesichtsschädeltrauma. Nach Einbringen der Implantate erfolgte eine erneute dreidimensionale Analyse, deren Ergebnisse mit den Ausgangsdaten verglichen wurde.

Ergebnisse: Bis auf ein individualisiertes Polyethylenimplantat, das kurz nach dem Eingriff auf Grund einer Wundheilungsstörung wiederentfernt werden musste, heilten alle Implantate problemlos ein. Die dreidimensionale Analyse zeigte eine signifikant verbesserte Gesichtssymmetrie bzw. Gesichtskontur.

Schlussfolgerung: Ästhetische Defizite des Gesichtsschädels können erfolgreich über alloplastische Implantate behoben werden. Je nach Ausmaß und Lage des Defekts können individualisierte konfektionierte oder individuelle im CAD-CAM-Verfahren erstellte Implantate angezeigt sein. Vorteile der individuellen Implantate sind die gute Paßform und schnelle OP-Zeit, Nachteile die höheren Fertigungskosten und der gößere Zeitaufwand. Vor allem bei komplexen Problemen wie bei Patienten mit angeborenen Gesichtsfehlbildungen stellen alloplastische Implantate eine wertvolle Ergänzung dar.