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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Bedeutung einer Spezialambulanz für die Betreuung chirurgischer Pankreaspatienten

Meeting Abstract

  • Christin Tjaden - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemeine, Viszeral und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Thilo Hackert - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Stefan Fritz - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemeine, Viszeral und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Jens Werner - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemeine, Viszeral und Transplantationschirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch622

DOI: 10.3205/11dgch622, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6223

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Tjaden et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Operative Eingriffe am Pankreas erfordern sowohl von chirurgischer Seite als auch von seiten der Patientenbetreuung eine spezialisierte Versorgung um optimale Ergebnisse zu erzielen. Ziel der Studie war die Auswertung der Patientenversorgung über die Pankreassprechstunde der Chirurgischen Klinik der Universität Heidelberg.

Material und Methoden: Auswertung der Daten der Spezialsprechstunde für Pankreaserkrankungen der Jahre 2008 und 2009 hinsichtlich Patientenaufkommen, Art der Betreuung, Operationen und Nachsorge.

Ergebnisse: Von 01/2008 bis 12/2009 erfolgten in der Pankreassprechstunde der Chirurgischen Klinik insgesamt 3527 Besuche von 2029 Patienten. Hiervon waren 1013 (49.9%) Neuvorstellungen mit Einleitung einer Therapie. Hierbei wurden 547 Patienten einer Operation, 223 Patienten einer neoadjuvanten und 243 Patienten einer palliativen Therapie zugeführt. In 1587 Fällen (833 Patienten) erfolgte die Tumornachsorge (45,1% aller Ambulanzbesuche), hierbei ergab sich bei 16% eine therapeutische Konsequenz (nochmalige Operation oder Palliativtherapie). Bei unauffälliger Nachsorge (84%) erfolgte eine Wiedereinbestellung. Bei 183 Patienten wurde nur eine Beratung oder Vorsorge mit entsprechender Bildgebung (z.B. bei zystischen Veränderungen) durchgeführt. Daneben erfolgte bei allen Patienten die Dokumentation anhand des EORTC QLQ-C30 Fragebogens. Von den betreuten Patienten litten 73% an einem Malignom, 22% wurden wegen einer chronischen Pankreatitis behandelt, die übrigen 5% hatten andere gutartige - zumeist zystische - Pankreaspathologien.

Schlussfolgerung: Das Patientenaufkommen in der Spezialsprechstunde in einem chirurgischen Zentrum umfasst das gesamte Spektrum der Pankreaserkrankungen und dient als zentrale Anlaufstelle für die zuweisenden Haus- und Klinikärzte. Für die Betreuung und das Therapiemanagement dieser Patienten kann die Sprechstunde zudem Schnittstelle zwischen interdisziplinärer chirurgischer, radiologischer und internistisch-onkologischer Therapie sein. Sie bietet die Möglichkeit einer langfristigen Anbindung der Patienten mit dem Ziel der kontinuierlichen Betreuung, sowie Nachuntersuchung und Dokumentation hinsichtlich des postoperativen Outcomes und hat damit einen hohen Stellenwert für die klinische Patientenbetreuung.