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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Analyse von Risikofaktoren für die Entwicklung von Pankreasfisteln nach Pankreaslinksresektion: Chirurg und Patient

Meeting Abstract

  • Ulrich Friedrich Wellner - Universitätsklinikum Freiburg, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Frank Makowiec - Universitätsklinikum Freiburg, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Olivia Sick - Universitätsklinikum Freiburg, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Ulrich Theodor Hopt - Universitätsklinikum Freiburg, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg
  • Tobias Keck - Universitätsklinikum Freiburg, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch611

DOI: 10.3205/11dgch611, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6119

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Wellner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Pankreaslinksresektion ist ein Eingriff mit relativ niedriger Morbidität, welcher indikationsbedingt weniger häufig als Pankreaskopfresektionen durchgeführt wird. Die postoperative Pankreasfistel ist die wesentlichste Komplikation nach Pankreaslinksresektion. Technisch besteht die Möglichkeit zur Ausweitung auf ausgedehnte multiviszerale Resektionen.

Material und Methoden: In einem Kollektivs von n=127 Patienten, welche im Zeitraum von 1994 bis 2009 an unserer Klinik eine Pankreaslinksresektion erhielten, wurde eine Risikoanalyse bezüglich des primären Endpunktes postoperative Pankreasfistel (POPF) von Grad B oder C nach der ISGPS-Definition durchgeführt. Sekundäre Endpunkte waren chirurgische Morbidität und Mortalität.

Ergebnisse: POPF Grad B/C traten bei 26% der Patienten auf. Bei verschiedenen Verschlußtechniken des Pankreasstumpfes zeigten sich folgende Fistelraten: Handnaht 36%, seromuskulärer Patch 25%, Pankreatojejunostomie 17%, Staplerverschluß mit Übernähung 11%. Die gewählte Operationstechnik war stark vom Chirurgen abhängig. In der univariaten Analyse ergaben sich Histopathologie, BMI, Chirurg, Art des Pankreasstumpf-Verschlusses sowie Zeitraum als Einflußfaktoren für den primären Endpunkt POPF. Die multivariate Analyse identifizierte hiervon Chirurg (OR 0.5, p=0.009) bzw. Art des Pankreasstumpfverschlusses (OR 0.6, p=0.020) und BMI (OR 1.15, p=0.007) als unabhängige Risikofaktoren. Für die chirurgische Morbidität ergaben sich ähnliche Ergebnisse. Multiviszerale Resektionen (21% aller OPs) waren nicht signifikant mit POPF oder Morbidität assoziiert. Bei geringer Mortalität von 1.6% konnte hierfür kein valider Risikofaktor identifiziert werden.

Schlussfolgerung: Die chirurgische Morbidität nach Pankreaslinkresektion wird im wesentlichen durch POPF verursacht. Signifikante Einflußfaktoren für die Pankreasfistelrate ergeben sich sowohl von Seiten des Patienten (BMI und Histopathologie) als auch von Seiten des Chirurgen, da er die Technik des Pankreastumpfverschlusses wählt.