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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Radikale chirurgische Therapie beim fortgeschrittenen malignen neuroendokrinen Karzinom des Pankreas

Meeting Abstract

  • Moritz Kleine - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Florian Vondran - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Kai Timrott - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Hüseyin Bektas - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Jürgen Klempnauer - Medizinische Hochschule Hannover, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch609

DOI: 10.3205/11dgch609, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6093

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Kleine et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Neuroendokrine Karzinome des Gastrointestinaltraktes unterscheiden sich je nach Lokalisation in ihrem biologischen Verhalten und damit auch in ihrer Prognose, wobei neuroendokrine Karzinome des Pankreas die aggressivsten sind. Allerdings ist ihre Prognose im Vergleich zu Adenokarzinomen gut (5-Jahres-Überlebensrate 74%), sodass auch bei metastasierten und lokal infiltrierenden neuroendokrinen Karzinomen eine chirurgische Therapie indiziert ist.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden Patienten mit malignen neuroendokrinen Karzinomen des Pankreas, die im Gesunden reseziert wurden untersucht. Neben dem Gesamtüberleben wurde auch das rezidivfreie Überleben, besonders im Hinblick auf Tumorstadium und chirurgische Therapie, ausgewertet.

Ergebnisse: Es wurden 41 Patienten bei neuroendokrinem Karzinom am Pankreas operiert, wovon 13 bei fortgeschrittenem Tumorstadium zusätzlich eine Leberresektion (9), Magenteilresektion (5), Pfortaderteilresektion (3) oder Lebertransplantation (3) benötigten. Die durchschnittliche Intensiv- (4,8 versus 2,5 Tage) und Krankenhausaufenthaltsdauerdauer (beide 19 Tage) beim fortgeschrittenen neuroendokrinen Karzinom des Pankreas war nicht signifikant länger. Das 5-Jahres-Überleben war ebenfalls nicht signifikant unterschiedlich bei allerdings signifikant erhöhtem Rezidivrisiko (p=0.002). Der Lymphknotenstatus hat einen hoch-signifikanten Einfluss auf das Überleben (p<0.001), allerdings besteht kein Zusammenhang mit der Tumorgröße. Lebermetastasen führten zu einem 9.24 fach höheren Risiko am neuroendokrinen Karzinom zu versterben (p=0.049) sofern diese nicht reseziert wurden. Auch ein knapper Abstand des Tumors von weniger als 1 mm zur Resektionsfläche führte zu keiner signifikant erhöhten Rezidivrate.

Schlussfolgerung: Auch fortgeschrittene maligne neuroendokrine Karzinome des Pankreas haben eine akzeptable Prognose, sofern eine Resektion im Gesunden möglich ist, wobei der Abstand zur Resektionsfläche nicht ausschlaggebend ist. Der postoperative Verlauf gemessen am Intensiv- und Krankenhausaufenthalt ist vergleichbar mit Patienten bei denen das neuroendokrine Karzinom auf das Pankreas beschränkt war. Im Falle von synchronen Lebermetastasen sollte immer eine Resektion angestrebt werden, da dies die Überlebensdauer signifikant verbessert. Parenchymsparende Resektionen sind bei kleinen Tumoren, sofern eine R0 Resektion möglich ist, gerechtfertigt, wobei auch in diesen Fällen eine Lymphadenektomie angestrebt werden sollte.