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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Mutationen im CFTR Gen gehen gehäuft mit einer Pancreaticolithiasis bei Patienten mit chronischer Pankreatitis einher

Meeting Abstract

  • Monika Silvia Janot - Josef-Hospital, Viszeralchirurgie, Bochum
  • Mark Ellrichmann - Josef-Hospital, Viszeralchirurgie, Bochum
  • Rainer Lebert - Josef-Hospital, Innere Medizin, Bochum
  • Wolfgang Schmidt - Josef-Hospital, Innere Medizin, Bochum
  • Andrea Tannapfel - Bergmannsheil, Pathologie, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Jan-Michel Otte - Josef-Hospital, Innere Medizin, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch597

DOI: 10.3205/11dgch597, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5971

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Janot et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Parenchymverkalkungen und Pankreasgangkonkremente sind Merkmale der chronischern Pankreatitis (CP), deren pathologische Relevanz bisher nur unzureichend untersucht ist. In neueren Studien konnte gezeigt werden, dass Mutationen im CFTR Gen (cystic fibrosis transmembrane conductance regulator) eine Ursache für eine chronische Pankreatitis darstellen können. In dieser Studie wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Mutationen im CFTR Gen, sowie weiterer Gene und dem Auftreten einer chronischen Pankreatitis mit Nachweis von Gangkonkrementen untersucht.

Material und Methoden: Von insgesamt 478 Westeuropäischen Patienten wurde die genomische DNA aus dem Blut untersucht. Mittels Schmelzkurvenanalyse wurden die Gene auf folgenden Mutationen untersucht: Mutationen im Serinproteaseinhibitor Kazal Typ I (SPINK 1) (N34S), im kationischen Trypsinogen (PRSS1) (R122H,N29I) und dem CFTR Gen (I507del, F508del, R117H, 5-T Allel). Bei 15 Patienten mit einer chronischen Pankreatitis mit Pancreaticolithiasis wurde das Pankreasgewebe auf das Vorhandensein von Mutationen mittels Schmelzkurvenanalyse , sowie durch zusätzliche DNA Sequenzzierung untersucht. Zur Charakterisierung der Mutation im CFTR wurde ein kommerzielles Testsystem mit simultaner Analyse von 36 Mutationen und des Tn Polymorphismus, verwendet

Ergebnisse: Im Gesamtkollektiv konnten folgende Mutation im Blut nachgewiesen werden: CFTR: 7,4% (18/243), Tn Polymorphismus 4,5% (10/222), Spink: 3,1% (15/478), PRSS1: 2,1% (9/446), CTRC: 1,3%(1/77). Innerhalb diesen Kollektives erhielten 15 Patienten (3,1%) mit symptomatischen Pankreasgangsteinen und dadurch bedingter Obstruktion des Pankreasganges eine resezierende Operation. Bei 5 dieser Patienten konnte eine CFTR Mutation I507del (33.3%, p<0.05) im Pankreasgewebe nachgewiesen werden. Weiterhin zeigte sich eine SPINK 1 (N34S), PRSS1 (R122H), CFTR (G551D) und eine CTRC (R254W) Mutation (6.7%). Zwei Patienten waren heterozygot (SPINK1:N34S / CFTR:F508del and PRSS1:R122H / CFTR:508 del).

Schlussfolgerung: Eine Pancreaticolithiasis wird nicht nur bei Patienten mit einer hereditären Pankreatitis beobachtet, jedoch scheint das Risiko bei Trägern einer CFTR Mutation I507del zur Ausbildung von Pankreasgangsteinen signifikant erhöht zu sein. Hierbei kommt es zu einer Schädigung der Bicarbonat produzierenden Epithelzellen. Zur Identifikation von Mutationen bei V.a. hereditäre Pankreatitis scheint eine ergänzende Analyse des Pankreasgewebes sinnvoll.