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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Langzeitergebnisse nach kombinierter Pankreas-Nieren-Transplantation

Meeting Abstract

  • Undine Gerlach - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin
  • Korinna Kühne - Oberlinhaus, Klinik für Orthopädie, Potsdam
  • Andreas Kahl - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie, Berlin
  • Johann Pratschke - Universitätsklinik Innsbruck, Klinik für Viseral-, Transplantation- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Peter Neuhaus - Charité, Campus Virchow Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin
  • Andreas Pascher - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch435

DOI: 10.3205/11dgch435, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4350

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Gerlach et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die kombinierte Pankreas-Nierentransplantation (PNTX) ist aufgrund guter Resultate hinsichtlich der Überlebensrate und diabetesbedingter Folgeerscheinungen die Therapie der Wahl beim Tpy-I-Diabetiker mit terminaler Niereninsuffizienz. Die Einjahresfunktionsrate liegt derzeit bei 85–90% bei einer Rejektionsfrequenz von 25–30%. In einer retrospektiven Analyse wurden Mortalität und Transplantatdysfunktion in Abhängigkeit verschiedener Kofaktoren untersucht.

Material und Methoden: Zwischen 1995 und 2008 wurden in unserem Zentrum 230 PNTX durchgeführt. Als Endpunkte wurden Tod (n=24), Transplantatversagen mit Dialysepflichtigkeit (n=19) bzw. Insulinabhängigkeit (n=43) und Transplantatektomie der Niere (n=8), des Pankreas (n=24) bzw. beider Organe (n=3) definiert, in der Auswertung wurde die COX-Regressionsanalyse angewendet. Todesursachen waren Apoplex (n=2), Myokardinfarkt (n=2), Neoplasien (n=3), intrazerebrale Blutung (n=2), Organversagen eines oder mehrerer nicht transplantierter Organe (n=5) und Suizid (n=1), bei 9 Patienten war die Todesursache unbekannt.

Ergebnisse: Die mittlere Lebensdauer nach PNTX lag bei den Verstorbenen bei 4,38 Jahren [0,23; 11,25]. Eine signifikante Kovariable für die Mortalität stellte die Krankenhausaufenthaltsdauer dar. Eine Dialysepflichtigkeit trat im Mittel 4,93 Jahre [0; 10] nach PNTX auf, die Anzahl der Rejektionen, ein positiver CMV-Status des Spenders sowie des Empfängers, die präoperative Dialysepflichtigkeit und das Spenderalter stellten signifikante Kofaktoren dar. Eine dauerhafte Insulinabhängigkeit trat im Mittel 2,0 [0; 10,68] Jahre nach Transplantation auf und wurde ebenfalls signifikant durch die Anzahl der Rejektionen beeinflusst. Die Transplantatnephrektomie wurde im Mittel nach 1,62 Jahren durchgeführt [0; 8,22], signifikante Kovariablen waren die Dialysepflichtigkeit vor PNTX sowie die postoperative Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation. Eine Transplantatpankreatektomie wurde im Mittel nach 0,78 Jahren [0; 7,08] durchgeführt, signifikante Kofaktoren hierfür waren ebenfalls die Anzahl der Rejektionen sowie eine frühzeitige Insulinabhängigkeit nach Transplantation.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Analyse untersuchte Einflussfaktoren auf die Mortalität bzw. das Transplantatversagen. Es zeigt sich, dass die Anzahl der Rejektionen sowohl einen Einfluß auf das Transplantatversagen beider Organe hat, als auch auf die Notwendigkeit zur Transplantatpankreatektomie. Hinsichtlich des Transplantatversagens der Niere waren der CMV-Status von Spender und Empfänger sowie das Spenderalter signifikante Einflußfaktoren.