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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Osteomyelitis, Sepsis, Multiorganversagen – Komplikationen nach Osteosynthese – 3 Fallberichte

Meeting Abstract

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  • Steffen Richter - Universitätsklinik Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Leipzig
  • Manuela Siekmeyer - Universitätsklinik Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Leipzig
  • Ulf Bühligen - Universitätsklinik Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch359

DOI: 10.3205/11dgch359, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3596

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Richter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Infektionen nach Osteosynthese im Kindes und Jugendalter sind selten (2%). Von 2008 bis Mitte 2010 behandelten wir 3 Fälle schwerer Infektionen nach Osteosynthese.

Material und Methoden: 1) 16-jähriger gesunder Junge. K-Drahtosteosynthese in Spanien nach subcapitaler Humerusfraktur. Rötung und Druckschmerz am 18. Tag mit konsekutiver Osteosynthesematerialentfernung und 4-wöchiger antibiotischer Behandlung. Bei Verschlechterung des Lokalbefundes, Gewichtsverlust von 5kg, Fieber und Erbrechen mehrfache chirurgische Wundrevision. Histologisch fand sich eine floride Osteomyelitis im ehemaligen Osteosynthesegebiet, radiologisch multiple Milzabszesse sowie Bakteroides fragilis in der Blutkultur. Antibiotische Therapie nach Antibiogramm und lokale Vakuumversiegelung über 6 Wochen. Nach über 1 Jahr befindet sich der Patient aktuell in zahnmedizinischer Behandlung aufgrund multipler Zahnwurzelabszesse durch die stattgehabte hämatogene Keimverbreitung. 68 Tage stationäre Therapiedauer. 2) 7-jähriges gesundes Mädchen, K-Drahtosteosynthese nach suracondylärer Humerusfraktur. Nach zwei Wochen Schwellung von Unterarm und Hand mit putrider Sekretion beider humeralen Drahtdurchtrittsstellen. Unter Clindamycin Fieberschübe, Allgemeinzustandverschlechterung, Ausbildung einer Cholezystitis mit passagerem Leberversagen, Pleuraergüssen, globaler Herzinsuffizienz sowie Gerinnungsaffektion. Notwendige Intubation, Beatmung und Katecholamintherapie. Nach blutkulturellem Nachweis von Enterobacter cancerogenus, Pantoea spp. und Klyvera ascorba erst unter antibiotischer Therapie mit Vancomycin, Meropenem und Metronidazol Regredienz des septischen Verlaufes und Stabilisierung der Vitalparameter. Kompletter Ulnarisausfall. Sensibilitätsstörungen im weiteren Verlauf rückläufig bei persistierender Krallenhand. 56 Tage stationäre Therapiedauer. 3) 8-jähriger Junge mit spastischer Tetraparese. Pathologische Femurschaftfraktur bei Inaktivitätsatrophie mit Fixateur externe Versorgung . Zwei Monate später Sekretion aus PIN-2, Sturzsenkung und Überwärmung des mittleren Oberschenkeldrittels. Entfernung des Osteosynthesematerials und antibiotische Therapie mit Clindamycin und Ceftazidim. Radiologisch sichtbares Weichteilenhancement und Umgebungsödem PIN 2/3. Nach Pseudomonas aeroginosa Nachweis im Wundabstrich Ersatz des Ceftazidims durch Ciprobay. Therapie oral noch andauernd. 23 Tage stationäre Therapiedauer.

Schlussfolgerung: Infektionen nach Osteosynthese sind selten, eine Keimanalyse zur gezielten und konsequenten antibiotischen Therapie ist immer erforderlich.