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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Narbenlos, auch wenn die Haare langsam schwinden – Nachuntersuchung von Erwachsenen nach Spalthautentnahme vom Kopf im Kindesalter

Meeting Abstract

  • Kathrin Neuhaus - Universitätskinderkliniken Zürich, Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Zürich
  • Rosie Zraggen - Universitätskinderkliniken Zürich, Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Zürich
  • Sophie Böttcher - Universitätskinderkliniken Zürich, Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Zürich
  • Martin Meuli - Universitätskinderkliniken Zürich, Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Zürich
  • Clemens Schiestl - Universitätskinderkliniken Zürich, Zentrum für brandverletzte Kinder, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Zürich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch303

DOI: 10.3205/11dgch303, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3031

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Neuhaus et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Skalp ist eine seit Jahrzehnten etablierte Entnahmestelle für Spalthaut, unter anderem wegen der in aller Regel narbenfreien Abheilung. Wissenschaftliche Daten aus Langzeitbeobachtungen zu Funktion und Kosmetik der behaarten Kopfhaut nach Spalthautentnahme fehlen jedoch. Deshalb haben wir erwachsene Patienten bis zu 30 Jahre nach Spalthautentnahme vom Kopf im Kindesalter untersucht.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden Patienten mit Spalthautentnahme vom Skalp (Thermo-Trauma) im Kindesalter, die aktuell mindestens 30 Jahre alt sind. Sie wurden zur klinischen Untersuchung der ehemaligen Spalthautentnahmestelle bezüglich Narbenbildung, Auffälligkeiten des Haarwuchses sowie Struktur- oder Pigmentveränderungen einbestellt. Alle Befunde wurden fotodokumentiert. Mithilfe standardisierter Fragebögen wurden subjektive Beschwerden erfragt.

Ergebnisse: Von 71 Patienten, die die Einschlusskriterien erfüllten, konnten trotz des langen Intervalls seit der Behandlung 58 ausfindig gemacht werden. Davon willigten 32 (18 Männer, 14 Frauen) in die Studienteilnahme ein. Sie waren zum Zeitpunkt des Unfalls zwischen 1 und 15 Jahre, bei der Nachuntersuchung zwischen 31 und 45 Jahre alt. Es wurden bis zu 5 Spalthautentnahmen vom Kopf pro Patient durchgeführt. Narben sahen wir bei keinem der Patienten, Unregelmässigkeiten des Haarwuchses ebenfalls nicht. Bei 9% sahen wir hypopigmentierte Areale, bei 3% Texturveränderungen mit trockener, sich schuppender Kopfhaut. Keiner der Untersuchten äußerte subjektive Beschwerden und alle bezeichneten ihren Haarwuchs als normal und vergleichbar mit dem naher, gleichgeschlechtlicher Angehöriger.

Schlussfolgerung: Objektiv fanden sich keine signifikanten funktionellen oder kosmetischen Veränderungen. Subjektiv bestand vollste Zufriedenheit und Beschwerdenfreiheit bei allen untersuchten ehemaligen Patienten. Diese Langzeitergebnisse sind somit ein weiteres wichtiges Argument für die Spalthautentnahme vom Kopf im Kindesalter.