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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ultraschall-Flussmessung bei Dialyseshuntanlagen und -revisionen: Eine Methode zur intraoperativen Qualitätskontrolle und zur Abschätzung der Shuntprognose

Meeting Abstract

  • Johannes Nikolaus Hoffmann - Chirurgische Klinik der Universität München, Großhadern, München
  • Georgios Meimarakis - Chirurgische Klinik der Universität München, Großhadern, München
  • Rolf Weidenhagen - Chirurgische Klinik der Universität München, Großhadern, München
  • Johannes Bernheim - Chirurgische Klinik der Universität München, Großhadern, München
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch279

DOI: 10.3205/11dgch279, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2797

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In der Literatur sind Frühverschlussraten bei arteriovenöser Fistel (AVF) Anlage zur Dialyse und nach Revisionseingriffen bis zu 25% beschrieben. Die intraoperative Ultraschall-Flussmessung stellt eine Möglichkeit der Qualitätskontrolle dar, wobei die bisher vorliegenden Daten zur Prädiktion des Frühverschlusses und zur Fistelmaturation kontrovers sind. Es ist insbesondere unklar, ob die intraoperative Korrektur aufgrund einer Flussmessung die Ergebnisse verbessert.

Material und Methoden: Zwischen 1/2007 und 3/2010 wurden bei n=104 selektierten Patienten (Alter: 62±3 Jahre) intraoperative Ultraschall-Flussmessungen im Bereich der Shuntvene bei Primäranlagen (n=65) und Revisionseingriffen (n=39) 5-10 Minuten nach Beendigung der Anastomose mit 5mm und 8mm Flussköpfen des Transonic Systems durchgeführt. Bei intraoperativen Flüssen < 200 ml wurde eine Korrektur (Abstrom, Anastomose, Behandlung des Gefäßspasmus) angestrebt. Es wurden jeweils die maximal erzielbaren Flüsse nach entsprechender Stabilisierung dokumentiert. Hohe Shuntflüsse wurden intraoperativ nicht korrigiert.

Ergebnisse: Der intraoperative Shuntfluss war bei Revisionseingriffen signifikant gegenüber Primäreingriffen erhöht (Revision: 599±86ml/min vs. Primäranlage: 411±39; p<0,05). Flussmessungen am Oberarm (n=54) zeigten höhere Flussraten im Vergleich zum Unterarm (Oberarm: 589±64ml/min vs. Unterarm: 365±42; p<0,001). Es bestand kein Unterschied bezüglich der Fluss raten bei Verwendung von Prothesen (n=14) vs. autologes Material (n=90): Prothese: 483±61ml/min vs. autolog: 479±44; p>0,05). Bei Frühverschlüssen (<30Tage) in der Folge (Inzidenz hier 6,7%) war eine signifikant erniedrigte intraoperative Flussrate nachweisbar (Verschluss: 199±52ml/min vs. kein Verschluss: 500±41; p<0,01). Trotz intraoperativer Shuntflüsse >700 ml (n=17 Patienten) war in keinem Fall ein korrekturpflichtiges Steal-Syndrom oder eine akute kardiale Dekompensation nachweisbar. Die OP Dauer (bei Durchführung einer Flussmessung war gegenüber einem Kontrollkollektiv (n=1494 Eingriffe, mittl. Alter 60±0,4 Jahre) nicht signifikant verlängert (mit Flussmessung: 92±4 Min. vs. ohne: 90±1; p>0,05).

Schlussfolgerung: Die Verwendung der Ultraschall Flussmessung erlaubt die intraoperative Korrektur von technischen Problemen und eine Abschätzung der frühen Shuntprognose ohne Verlängerung der OP Dauer assoziiert. Es ergeben sich Hinweise auf eine Senkung der frühen Verschlussrate. In weiteren Untersuchungen muss anhand eines größeren Krankenkollektivs der Wert dieser Untersuchung kombiniert mit der Durchführung von Korrekturmaßnahmen bei Flüssen < 200ml prospektiv überprüft werden.