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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Gracz-Fistel ist der Ciminofistel bei älteren Patienten mit Diabetes und arterieller Hypertonie als primärer Dialysezugang überlegen

Meeting Abstract

  • Daniel Palmes - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster
  • Linus Kebschull - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster
  • Roland Schäfer - Universitätsklinikum Münster, Med. Klinik und Poliklinik D, Münster
  • Friederich Pelster - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster
  • Klaus Konner - Universität Köln, Interdisziplinäres Shuntzentrum, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch277

DOI: 10.3205/11dgch277, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2771

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Palmes et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dialyse-Zugangsprobleme tragen signifikant zur Morbidität in älteren Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei. Ziel der Studie war der Vergleich potentieller Risikofaktoren nach Primär-Anlage einer Gracz-Fistel bzw. Ciminofistel bei älteren Patienten.

Material und Methoden: Ein retrospektiver Vergleich von älteren Patienten (65.7±9.3 Jahre, 70.4% männlich, 36.2% terminale Niereninsuffizienz) nach primärer Anlage einer Ciminofistel (n=50) bzw. Gracz-Fistel (n=55) erfolgte über einen Zeitraum von 2 Jahren. Neben der primären Offenheitsrate (PP=Prozentsatz der Patienten, deren Gefäßzugänge seit der Anlage ohne Intervention funktionsfähig sind) und sekundären Offenheitsrate (SP= Wiederherstellung der Shuntfunkion durch Operation oder Intervention) wurde eine Multivarianzanalyse von potentiellen Risikofaktoren und protektiven Faktoren durchgeführt.

Ergebnisse: Nach Gracz-Fistel-Anlage (PP + SP: 78.2%)war die Offenheitsrate nach 24 Monaten signifikant höher im Vergleich zur Ciminofistel PP: 62%, SP: 56%, p=0.04). Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie stellten bei älteren Patienten mit Ciminofistel-Anlage unabhängige Risikofaktoren für eine signifikant kürzere primäre (OR: 3.6, 95%-CI: 0.9-13.8) und sekundäre Offenheitsrate (OR: 4.8, 95%-CI: 1.3-17.9) dar. Demgegenüber war das Vorliegen eines Hyperparathyreoidismus mit einer signifikant höheren primären und sekundären Offenheitsrate nach Ciminofistel-Anlage (OR: 0.2, 95%-CI: 0.1-0.7) assoziiert. Die primäre und sekundäre Offenheitsrate wurde nach Gracz-Fistel-Anlage nicht durch die o. g. Komorbidiäten beeinflusst.

Schlussfolgerung: Die bessere Funktionsrate der Gracz-Fistel im Vergleich zur Ciminofistel als primärer Dialysezugang bei älteren Patienten mit Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie kann ggf. auf die bessere Dehnbarkeit der weiter proximal gelegenen Arterie während der Shuntreifung erklärt werden. Die Anlage einer Ciminofistel als primärer Dialysezugang sollte nur dann bei älteren Patienten indiziert werden, wenn Diabetes und/oder eine arterielle Hypertonie als Komorbiditäten nicht vorliegen.