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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Management der Leisteninfektion nach gefäßchirurgischen Eingriffen

Meeting Abstract

  • Jan-Christoph Loh - Chirurgische Klinik und Hochschulambulanz I, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • Ronald Lützenberg - Charité, Chirurgische Klinik I CC10, Berlin
  • Heinz Johannes Buhr - Chirurgische Klinik und Hochschulambulanz I, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • Martin Kruschewski - Chirurgische Klinik und Hochschulambulanz I, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch142

DOI: 10.3205/11dgch142, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1425

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Loh et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nach Gefäßeingriffen stellen Infektionen der Leiste eine gefürchtete Komplikation dar, da sie nicht nur die Extremität, sondern auch das Leben des Patienten gefährden. Das Ziel dieser Studie war es daher, die Risikofaktoren für die Entwicklung eines Leisteninfektes bei gefäßchirurgischen Patienten, die Häufigkeit, das Management sowie die Amputationsrate und die Letalität zu evaluieren.

Material und Methoden: Seit 1/1996 werden alle Patienten mit gefäßchirurgischen Eingriffen prospektiv erfasst. Bis 8/2010 wurden insgesamt 1.050 Patienten mit einem Altersmedian von 69 Jahren über einen inguinalen Zugang versorgt. Es erfolgte die Analyse sämtlicher Leisteninfektionen mit statistischer Auswertung der von den Patienten bekannten Risikofaktoren.

Ergebnisse: Postoperativ kam es bei 33 von 1.050 Patienten (3%) zu einer Leisteninfektion. Diese wurden nach der Klassifikation nach Szilágyi und Samson eingeteilt. In 36% der Fälle lag eine Infektion I°, in 24% eine Infektion II° und in 40% eine Infektion III° vor. Keiner der überprüften potentiellen Risikofaktoren war mit dem Auftreten einer Infektion assoziiert. Bei 25 Patienten erfolgte eine Revision, wobei bei 42% Folgeeingriffe notwendig waren. Bei 8 der 33 Patienten (24%) kam es zu einer septischen Arrosionsblutung (Samson V). Bei einem dieser Patienten war eine Oberschenkelamputation im weiteren Verlauf erforderlich, drei Patienten verstarben an den Folgen der Leisteninfektion. Das Risiko einer septischen Arrosionsblutung steigt mit der Tiefe der Infektion (p<0,001). In 5 Fällen konnte durch verschiedene Maßnahmen die Situation erfolgreich beherrscht werden.

Schlussfolgerung: (1) Risikofaktoren für die Entwicklung einer Leisteninfektion lassen sich in der univariaten Analyse nicht feststellen. (2) Risikofaktor für die sich im Verlauf entwickelnde septische Arrosionsblutung ist der Schweregrad der Leisteninfektion. Das Risiko steigt mit fortschreitendem Infekt. (3) Durch konsequentes stadienadaptiertes chirurgisches Management beträgt die Amputationsrate bei Leisteninfektion 3% und die Letalität 9%, die auf die septische Arrosionsblutung zurückzuführen ist.