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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ein neuartiges modulares diaphysäres Verriegelungs-Spacer System (Osteobridge) zur operativen Therapie bei der Behandlung von Metastasen langer Röhrenknochen – Zwei Fallberichte

Meeting Abstract

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  • Andreas Unger - Klinik des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion Orthopädie, Lübeck
  • Brian Schweder - Klinik des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion Orthopädie, Lübeck
  • Rainer Kirchner - Klinik des Stütz- und Bewegungsapparates, Sektion Orthopädie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch112

DOI: 10.3205/11dgch112, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1125

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Unger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dank multimodaler Therapieoptionen ist die Anzahl ossärer Metastasen in den letzten Jahren gestiegen, sodass die operative Behanddlung von Skelettmetastasen mittlerweile die häufigste onkologische Operation in der Orthopädie ist. Die etablierten Verfahren sind die Tumorendoprohetik bei gelenknahen sowie die Verbundosteosynthese bei diapühysären Metastasen. Wir berichten anhand von zwei Fallberichten über ein neues modulares diaphysäres Verriegelungs-Spacer System zur raschen Langzeitstabilisierung nach Metastasenresektion.

Material und Methoden: Nach Resektion der Skelettmetastase unter onkologischen Kriterien erfolgt das Ersetzen des entstandenen Knochendefektes mit dem diaphysären Verriegelungs-Spacer System (Osteobridge). Dabei kommt eine Titan Spacer, welcher in unterschiedlichen Längen und Breiten existiert als Kortikalisersatz zum Einsatz. Dieser wird durch einen proximalen und distalen Verriegelungsbolzen sicher und einfach im Schaft in Pressfit Technik eingebracht und über spezielle Führungsinstrumente durch Schrauben verriegielt. Das System ist sofort belastungsstabil und besitzt eine einfache Handhabung durch modulare Bauteile.

Fall 1: Patientin, 45 Jahre, Diagnose Bronchial Ca re mit stattgehabter onkologischer Lungenteilresektion undstadiengerechter adjuvanter Therapie, isolierte Metastase Humerus re 8x4cm mit Frakturgefährdung und stärkster Schmerzsymptomatik ohne Neurologie.

Fall 2: Patient 51 Jahre, Diagnose multiples Myelom, pathologische Femurschaftfraktur li. bei Metastase 6x5cm ohne Trauma.

Ergebnisse: Fall 1: OP: onkologische Resektion, Versorgung des Defektes mit modularem Verriegelungs-Spacer System. Nach zweitägiger Ruhigstellung keinerlei Schmerzsymptomatik. Motorik, Sensibilität intakt, Mobilisation rechter Arm ohne Einschränkung ab 1. postop Tag, soforrtige alltägliche Belastbarkeit.

Fall 2: OP: Onkologische Resektion und Ersetzen des Defektes mit modularem Verriegelungs-Spacer System. Aufbelastung in den Stand mit 1/2 Körpergewicht ab 1.postop. Tag. Motorik und Sensibilität erhalten. Beweglichkeit in Hüft- und Kniegelenk uneingeschränkt. Nach Wundabschluss Vollbelastung erfolgt.

Schlussfolgerung: Das vorgestellte System ist in der onkologischen Orthopädie ossärer Metastasen eine wertvolle Alternative zu der herkömmlichen Verbundosteosynthese.