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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Expression des Glukokortikoid-induzierten TNF-Rezeptors (GITR) auf Tumor-infiltrierenden Leukozyten (TILs) is an der Pathogenese ösophagealer Adenokarzinome beteiligt

Meeting Abstract

  • Burkhard H. A. von Rahden - Universität Würzburg, Klinik für Allg.-, Visc.-, Gef.- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Martin Grimm - Universität Würzburg, Klinik für Allg.-, Visc.-, Gef.- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Stefan Kircher - Universität Würzburg, Würzburg
  • Marcel Kafka - Universität Würzburg, Klinik für Allg.-, Visc.-, Gef.- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Luisa Stuermer - Universität Würzburg, Klinik für Allg.-, Visc.-, Gef.- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Christoph Reiber - Universität Würzburg, Klinik für Allg.-, Visc.-, Gef.- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Christoph-Thomas Germer - Universtitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch088

DOI: 10.3205/11dgch088, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0885

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 von Rahden et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ösophageale Adenokarzinome (EAC) entstehen im distalen Ösophagus unter dem chronisch schädigenden Einfluß von gastroösophagealem Reflux. Der Barrett-Ösophagus (BE) wird als Präkanzerose angesehen. Durch den Glukokortikoid-induzierten TNF-Rezeptor (GITR) vermittelte Inflammation durch tumor-infiltrierende Leukozyten (TILs) im Tumor Microenvironment könnte eine Rolle im angenommenen Multistep Karzinogenese Prozess spielen.

Material und Methoden: Analyse der GITR Expression (Proteinebene/ IHC; mRNA-Enene/ RT-PCR) erfolgte an n=70 Ösophaguspräparaten nach primärer chirurgischer Resektion (n=41 EAC mit BE, 19 EAC ohne nachweisbaren BE, n=10 ösophageale Plattenepithelkarzinome), sowie der Adenokarzinom Zellinie OE-33 und in BE ohne intraepitheliale Neoplasia (IN, n=18). Die Ergebnisse wurden mit klinischen und pathologischen Parametern und den Überlebensdaten korreliert. Weiter erfolgte die Untersuchung der GITR-Expression auf peripheren Leukozyten im Blut (PBLs) von Patienten mit EAC.

Ergebnisse: Die Quantifizierung der GITR-Immunhistochemie zeigte 25% GITR- positive TILs in EAC mit BE. Dies war signifikant höher (p<0,05) im Vergleich zu 13% GITR-positiven Zellen in der assoziierten Barrett Mukosa. Im EAC ohne nachweisbaren Barrett war die Rate GITR-positiver TILs mit 24% gleich hoch wie bei den EAC mit BE. Bei den SCC zeigten sich 14% GITR-pos. Zellen, im BE ohne IN nur 1%. Hohe GITR Level waren nicht mit klinisch-pathologischen Parametern assoziiert und waren nicht zur Prädiktion eines schlechteren klinischen Ergebnis geeignet. Ebenso zeigte sich kein Einfluß auf das Überleben in der univariaten Überlebensanalyse (p=0.7878). Eine erhöhte GITR Expression auf peripheren Blut Leukozyten (PBLs) bei Patienten mit EAC konnte auf Protein Ebene gezeigt (32%) und auf RNA-Ebene bestätigt werden (RT-PCR, 3.7-fache Differenz im Vergleich zur Kontrolle).

Schlussfolgerung: Dies sind die ersten Daten zur Bedeutung der GITR Expression auf Tumor-infiltrierenden Leukozyten bei ösophagealen Adenokarzinomen und dem präkanzerösen Barrett Ösophagus. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die GITR-Expression mit der malignen Progression assoziiert ist. Die Rolle als entweder Tumorwachstum-fördernder Faktor im inflammatorischen Mikroenvironment, oder auch antitumoraler Mediator – und damit mögliches Target für molekulare Therapiestrategien – sollte in weiteren Studien untersucht werden.