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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Rolle Thrombozyten assoziierter Chemokine in der Pathogenese der LPS-induzierten Sepsis

Meeting Abstract

  • Thorsten Vowinkel - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Larissa Sachs - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Christina Holthoff - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Felix Becker - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Christoph Anthoni - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Sandra Stöppeler - Universitätsklinikum Münster, Abteilung Chirurgische Forschung, Münster
  • Hans-Ullrich Spiegel - Universitätsklinikum Münster, Abteilung Chirurgische Forschung, Münster
  • Norbert Senninger - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Matthias Brüwer - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch029

DOI: 10.3205/11dgch029, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0299

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Vowinkel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In der Sepsis werden nicht nur Leukozyten, sondern auch Thrombozyten aktiviert und interagieren miteinander. Eine Möglichkeit der interzellulären Kommunikation stellen Chemokine dar. Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Charakterisierung der Rolle der Thrombozyten assoziierten Chemokinliganden- und Chemokinrezeptorpaare SDF-1α/CXCR4 und CX3CL1(Fractalkine)/CX3CR1 im experimentellen Modell der Lipopolysaccharid- (LPS) induzierten Sepsis der Maus.

Material und Methoden: Bei Wildtyp (Wt, Stamm C57Bl/6J) Mäusen wurden 2, 4 und 8 Stunden nach intraperitonealer LPS-Gabe (E.coli) Serumproben entnommen (je n=6). Zum Nachweis der Chemokinliganden und -rezeptorpaare SDF-1α/CXCR4 und Fractalkine/CX3CR1 im Serum diente der ELISA. Unbehandelte Tiere dienten als Kontrolle (n=3). Um zu beurteilen, welche Chemokine Thrombozyten-assoziiert sind, wurde 24 Stunden vor der LPS-Applikation Anti-Thrombozyten- Serum (APS) (n=3) intraperitoneal verabreicht. Die statistische Auswertung erfolgte mit Scheffe und student’s t-test (P<0.05)

Ergebnisse: Im Vergleich zu gesunden Kontrolltieren (224 pg/ml) zeigten LPS- behandelte Tiere eine signifikante Erhöhung von Fractalkine 2 (23590 pg/ml),4 (12536 pg/ml) und 8 Stunden (5066 pg/ml, p<0,05) sowie seines Rezeptors CX3CR1 8 Stunden nach LPS-Gabe (874 vs 3928 pg/ml, p<0,05). APS reduzierte die Expression von CX3CR1. Im Fall von Fractalkine war diese Reduktion 8 Stunden nach LPS-Gabe signifikant (5066 vs 1244 pg/ml, p<0,05). Im Vergleich zu gesunden Kontrollen war die Expression von CXCR4 im Serum 4 Stunden nach LPS-Gabe signifikant (0,18 vs 2,24 ng/ml, p<0,05) erhöht und nach Gabe von APS erneut signifikant erniedrigt (2,24 vs 0,17 ng/ml, p<0,05). Für die Expression von SDF-1α fanden sich keine Unterschiede.

Schlussfolgerung: Die Chemokine Fractalkine und sein Rezeptor CX3CR1 sowie der Rezeptor CXCR4 werden in der Sepsis vermehrt exprimiert. Dies unterstreicht die pathophysiologische Bedeutung der Thrombozyten- und Leukozyteninteraktion in der Sepsis und kann einen selektiven therapeutischen Ansatz darstellen. (Unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft Ref.# VO 998/3-1)