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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Die koloanale Anastomose – Kontinenz und Lebensqualität im Langzeitverlauf

Meeting Abstract

  • Ursula Goenner - Klinik und Poliklinik für Allgemein und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland
  • Susanne Rassouli - Klinik und Poliklinik für Allgemein und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland
  • Tong Trinh - Klinik und Poliklinik für Allgemein und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland
  • Theo Junginger - Klinik und Poliklinik für Allgemein und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch047

DOI: 10.3205/10dgch047, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0472

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Goenner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel der Untersuchung war es, die anorektale Kontinenzleistung und Lebensqualität nach Rektumresektion und koloanaler Anastomose wegen Rektumkarzinom im Langzeitverlauf zu erfassen.

Material und Methoden: Unter 645 zwischen 1985 und 2007 R0-operierten Patienten mit Rektumkarzinom erfolgte bei 72 eine koloanale Anastomose (perineal, End-zu-End). Die Nachuntersuchung umfasste alle rezidivfreien Patienten, bei denen die temporäre Darmableitung mindestens 6 Monate zurücklag (n=38). Bei diesen wurden mit Fragebogen die Kontinezleistung nach dem modifizierten Wexner-Score (0–24) und die Lebensqualität nach EORT QLQ C 30 und CR 38 erfasst. Zum Vergleich dienten 34 Patienten nach tiefer anteriorer Resektion (Anastomosenhöhe 4,2 cm). Die statistische Auswertung erfolgte bei stetigen Variablen mit dem Mann-Whitney-U-Test, ansonsten mit dem Fisher und Chi.-Quadrat Test.

Ergebnisse: Der Wexner Score betrug 28 Monate (median) nach koloanaler Anastomose 14,37 (median) und war damit ungünstiger als nach tiefer anteriorer Resektion (8.88, p,0.00). Es bestand eine breite Überlappung mit den Patienten nach kolorektaler Anastomose. 4 Patienten waren nach koloanaler Anastomose inkontinent, bei 2 musste erneut ein Stoma angelegt werden.

Der Globale Gesundheitsstatus (QL2 Score) unterschied sich nicht zwischen den beiden Verfahren (65 vs 57,2 koloanale Anastomose). Abgesehen von „Soziales Befinden“ und „Rollenfunktion“, die nach koloanaler Anastomse ungünstiger waren, differierten alle übrigen Funktions- und Symptomskalen der Lebensqualität nicht signifikant.

Schlussfolgerung: Nach koloanaler Anastomose ist die Kontinenzleistung ungünstiger als nach kolorektaler Anastomose Bis auf Ausnahmen (4/38) war jedoch hierdurch die Lebensqualtität nicht beeinträchtigt, so dass die koloanale Anastomose bei sehr tiefem Rektumkarzinom eine vertretbare Option darstellt.