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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Prediktive Faktoren für das Outcome von Patienten mit Gallengangsatresie

Meeting Abstract

  • corresponding author U. Waldschmidt - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig AöR, Leipzig, Deutschland
  • P. Schweizer - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Universität Bern, Schweiz
  • Z. Zachariou - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • J. Fuchs - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Inselspital, Universität Bern, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11609

DOI: 10.3205/09dgch487, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch4879

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Waldschmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ätiologie der Gallengangsatresie ist weiterhin unklar. Ebenso fehlt es an prädiktiven Parametern, welche die Behandlungstrategie kalkulierbar machen könnte. Ziel der vorliegenden Studie ist es, anhand der klinischen Daten von 214 Patienten, welche eine erweiterte Hepatoportoenterostomie nach P. Schweizer erhielten, prädiktive Parameter zu bestimmen, sowie deren Korrelation zum Langzeitoutcome zu eruieren.

Material und Methoden: Es erfolgte die retrospektive Analyse des Outcomes von 214 Patienten, welche zwischen 1971 und 2001 von einem Operateur (P. Schweizer, Tübingen) mit einer erweiterten Hepatoportoenterostomie (EHPS) versorgt wurden. Die Datenanalyse erfolgte durch Aktenanalyse, Kontrolluntersuchung sowie schriftliche und telefonische Befragung der Patienten und Hausärzte. Es wurden Kaplan-Meier-Überlebenskurven, Korrelationen und ROC-Kurven erstellt (SPSS).

Ergebnisse: Bei 11/214 Patienten erfolgte der Ausschluss aus der Kohorte wegen fehlender Verlaufsdaten. Es konnten 4 Parameter eruiert werden, bei denen eine Korrelation mit dem Outcome besteht. Die initiale (präoperative) Cholinesterase (CHE), die Bilirubindifferenz (BD) (prä- vs. postop), das Alter bei Operation (AO) sowie die visuelle Bestimmung der Leberarchitektur intraoperativ (Pattern). Für die CHE sowie die BD wurde ein Cuttoff-Wert bestimmt.

Schlussfolgerung: Es konnten prospektive Parameter für das Langzeitoutcome von Patienten mit Gallengangsatresie gefunden werden. Die stärkste Korrelation besteht mit dem Operationszeitpunkt und der intraoperativen Einteilung der sichtbaren Gallengänge. Die laborchemischen Cuttoff-Werte sind kritisch zu betrachten, da trotz nachweisbarer Korrelation für die BD und die CHE, bei guter Sensitivität nur eine schwache Spezifität erreicht wird. In Kombination können die Werte jedoch hilfreich bei der Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufes sein und sollten in weitere prospektive Studienansätze mit einbezogen werden.