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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Wandel chirurgischer Konditionen bei Morbus Crohn während 33 Jahren: eine prospektive Analyse von 813 Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author H. Kessler - Chirurgische Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland
  • W. Hohenberger - Chirurgische Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland
  • M. Siassi - Chirurgische Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11541

DOI: 10.3205/09dgch434, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch4347

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Kessler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Änderungen des Verlaufs, der präoperativen Konditionen und der chirurgischen Therapie bei Patienten mit Morbus Crohn an einer einzigen Institution wurden in einer prospektiven Datenanalyse untersucht.

Material und Methoden: Die Daten aller Patienten, die sich ab dem 1.1.1970 einer Laparotomie mit Darmresektion wegen Morbus Crohn unterzogen, wurden prospektiv gesammelt. Über einen Zeitraum von 33 Jahren hinweg wurden bei 813 Patienten 913 resektive Darmeingriffe durchgeführt. Zur chronologischen Evaluation der Daten wurde der Untersuchungszeitraum in drei gleiche Abschnitte von je 11 Jahren unterteilt (Gruppe 1, 1970–1980, n = 200; Gruppe 2, 1981–1991, n = 456; Gruppe 3, 1992–2002, n = 257).

Ergebnisse: Das Patientenalter bei Einweisung ins Krankenhaus stieg von 32.0 ± 0.9 auf 32.4 ± 0.5 und 37.7 ± 0.7 Jahre, die bisherige Krankheitsdauer von 4.9 ± 0.3 auf 7.3 ± 0.3 und 8.8 ± 0. Jahre und die Zahl der medikamentös bedingten Remissionen von 3.1 ± 0.5 auf 6.1 ± 0.2 und 4.9 ± 0.3 in den Gruppen 1, 2 und 3 (p<0.01). Die Häufigkeit elektiver Operationen im Vergleich zu semielektiven und Notfalloperationen nahm entsprechend von 69.5% auf 81.4% und 80.9% zu (p<0.01). Die postoperative Letalität wurde signifikant reduziert. Die Analyse der zur Operation führenden Komplikationen ergab signifikante Anstiege von Stenosen und Ileus. Ferner fand sich eine signifikante Zunahme schwerer akuter Komplikationen wie freier Darmperforationen und Peritonitis.

Schlussfolgerung: Verbesserte medikamentöse Therapiemöglichkeiten führen zu häufiger möglichen elektiven Operationen. Eine verlängerte konservative Therapie lässt jedoch auch schwere präoperative Komplikationen häufiger werden. Eine frühe interdisziplinäre Behandlung unter Einbeziehung des Chirurgen ist wichtig, um jede Verzögerung bei der Indikationsstellung zur Operation zu vermeiden.