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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Unfallerfassung für 6-13jährige der Kinderchirurgie Dresden während zwei Jahren

Poster

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  • presenting/speaker Alexander Rollow - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie Technische Universität Dresden, Dresden. Deutschland
  • A. Kehr - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie Technische Universität Dresden, Dresden. Deutschland
  • D. Roesner - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie Technische Universität Dresden, Dresden. Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0853

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch589.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Rollow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Unfälle im Kindesalter sind nach wie vor häufigste Todesursache in dieser Altersgruppe. Ein Anteil von 35% aller Belegungstage der Kinderchirurgie Dresden durch verunfallte Kinder, vielfaches Leid und ein jährlicher Aufwand von über 500.000 Euro unterstützen die Forderung nach Prävention von Unfällen im Kindesalter.

Material und Methoden

Im Rahmen eines Public Health Projekts wurden alle Unfälle im Schulkindalter während zwei Jahren in Vorbereitung einer Präventionsplanung prospektiv erfasst. Die Datenerhebung zu unfallcharakterisierenden und medizinischen Daten erfolgte per Fragebogen in der Rettungsstelle.

Ergebnisse

Die Auswertung von 3253 Unfällen erbrachte eine Geschlechterverteilung von 3:2 Jungen zu Mädchen. Die Hälfte aller Unfälle waren Freizeitunfälle (davon 36% Sportunfälle), ein Drittel Schulunfälle. Der Anteil von Verkehrsunfällen lag bei insgesamt 6%. Untersuchungen einzelner Unfallkategorien zeigte für Verkehrsunfälle den höchsten ISS-Durchschnittswert mit neun. Die tageszeitliche Verteilung zeigt eine abendliche Häufung der Verkehrsunfälle. Die meisten Kinder waren als Fussgänger (39%) oder Fahrradfahrer an einem Verkehrsunfall zumeist mit einem PKW beteiligt. Betroffene Fahrradfahrer verunfallten zu 58% auf Nebenstrassen. Schulunfälle ereigneten sich meist in der Turnhalle oder auf dem Schulhof trotz Aufsicht (zu 66% gegeben). Unfallfolgen waren meist Frakturen der oberen Extremitäten (17%). Der ISS mit 4,5 war vergleichsweise gering (Gesamtdurchschnitt 5,9). Bei 35 Reitunfällen weisen ein ISS von 6,6 und ein Anteil stationärer Behandlungen von 42% (Durchschnitt 18%) auf ein hohes Unfallrisiko hin. Hier waren Frakturen der oberen Extremitäten (22%) und SHT I° (17%) häufigste Diagnosen.

Schlussfolgerung

Zur Vermeidung von Unfällen mit Verkehrsbeteiligung sind v.a. Autofahrer stärker zu sanktionieren und Geschwindigkeitsbegrenzungen in Wohnvierteln durchzusetzen. Für Schulunfälle ist eine bessere Aufsicht in den Pausen und effektive Erwärmung und Anleitung im Schulsport zu fordern. Reitunfälle sind durch gezielte Einweisungen z.B. bei Longenübungen zu vermeiden, das Helmtragen hat ohnehin eine gute Akzeptanz (66%). Gezielte Prävention bedarf bei Inhomogenität der untersuchten Gesamtpopulation einer Analyse einzelner Unfallkategorien und Umstände.