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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Behandlung der komplizierten Echinokokkose: eine interdisziplinäre Herausforderung

Poster

  • presenting/speaker Christian Illian - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld
  • F.P. Müller - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld
  • T. Frieling - Medizinische Klinik II, Klinikum Krefeld
  • C.H. Wirsing von König - Institut für Hygiene und Laboratoriumsmedizin, Klinikum Krefeld
  • P.R. Verreet - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1342

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch498.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Illian et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Aufgrund der zunehmenden Migration nimmt die Zahl der cystischen oder alveolären Echinokokkose im Patientengut zu. Die Richtlinien zur Therapie sind seit 1996 von der WHO veröffentlicht worden. Die Therapie der komplizierten Echinokokkose stellt dennoch eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Im Folgenden sollen die Erfahrungen aus dem eigenen Krankengut dargestellt werden.

Material und Methoden

Die Grundlage dieser Arbeit stellen 31 Patienten dar, welche in den letzten 6 Jahren in unserer Klinik an einer Echinokokkose operiert wurden. Die interdisziplinäre Therapiestrategie insbesondere der komplizierten Fälle unter Berücksichtigung der Komplikationsrate und des postop. Follow-up wird im Detail aufgeführt und mit der Literatur verglichen. Hierbei werden operative aber auch interventionelle Therapieverfahren (PAIR) kritisch analysiert.

Ergebnisse

Im Zeitraum von Januar 1998 bis September 2003 wurden insg. 31 Patienten (25 Frauen und 6 Männer, Durchschnittsalter 41,4 Jahre) wegen einer komplizierten Echinokokkose in unserer Klinik behandelt. U.a. erfolgte in 3 Fällen bei freier Ruptur der Leberzyste mit anaphylaktischem Schock eine Notfalloperation. In weiteren 6 Fällen zeigte sich eine Penetration der Leberzyste ins Zwerchfell und bei zwei weiteren Patienten eine Verbindung zum rechten Perikard. Bei drei Patienten bestand eine cysto-bronchiale Fistel. 4 weitere Patienten wurden wegen eines Rezidivs einer Leberzyste behandelt. Mit Ausnahme der notfallmäßig durchgeführten Operationen wurden bei allen Patienten präopertativ (mind. 4 Tage) mit einer anthelmintische Therapie unter Berücksichtigung des serologischen Befundes behandelt. Es erfolgte 16 mal eine Pericystektomie, 6 mal eine Hemihepatektomie, 5 mal eine partielle Cystektomie, 3 mal eine externe Drainage (PAIR-Methode) und 1 Patientin wurde in ein anderes Zentrum zur Lebertransplantation verlegt. Bei zwei Pat. war eine Lungenteilresektion erforderlich. Kein Pat. verstarb. postoperativ. 4 mal war eine postop. Gallengangsdrainage erforderlich. Bei zwei Patienten zeigte sich im follow up ein Rezidiv, welche interdisziplinär angegangen wurde (Kombination PAIR/Resektion/anthelmintische Therapie).

Schlussfolgerung

Die Behandlung der Echinokokkose erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Therapie sollte leberchirurgischen Zentren mit gastroenterologischem Stand-by vorbehalten bleiben. Eine anthelmintische Therapie sollte der endgültigen chirurgischen Sanierung, wenn möglich,vorgeschaltet werden