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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Die IL-10 Promotor Polymorphismen C819T und G1082A haben keinen Einfluss auf den Schweregrad und systemische Organkomplikationen bei akuter Pankreatitis

Poster

  • presenting/speaker Oliver Strobel - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg
  • C.A. Müller - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg
  • J. Werner - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg
  • J. Weiss - Abteilung Innere Medizin VI, Universitätsklinik Heidelberg
  • K. Ruf - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg
  • F. Maly - Genes4U, Zürich
  • M.W. Büchler - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg
  • W. Uhl - Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universitätsklinik Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0980

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch489.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Strobel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die akute Pankreatitis (AP) hat aufgrund der systemischen Komplikationen von SIRS und Sepsis eine hohe Morbidität und Mortalität. Beim Verlauf der AP spielt das antiinflammatorische Zytokin IL-10 eine zentrale Rolle. Frühere Studien haben gezeigt, dass die funktionellen IL-10 Promotor Polymorphismen C819T und G1082A den Verlauf verschiedener systemischer infektiöser und inflammatorischer Erkrankungen beeinflussen. Ziel dieser Studie war es daher, den Einfluss der IL-10 Polymorphismen C819T and G1082A auf den Schweregrad und das Organversagen bei humaner AP zu untersuchen, um genetische Risikoparameter zu definieren.

Material und Methoden

Bei 95 Patienten Patienten (35 Frauen, 60 Männer) mit AP wurden klinische und Labordaten prospektiv erfasst. Zum morphologischen Staging in ödematöse und nekrotisierende AP diente die Kontrastmittel-verstärkte Computertomographie. Es erfolgte eine Analyse des APACHE-II-scores sowie des renalen (Kreatinin > 2fach, Dialyse), pulmonalen (pO2 < 70 mmHg, Beatmung) und kardiozirkulatorischen Versagens (Schock, Pressoren). Die Genotypisierung erfolgte nach Extraktion leukozytärer DNA aus Vollblut mittels Light-Cycler-PCR und Schmelzkurvenanalyse.

Ergebnisse

62 (65%) Patienten hatten eine ödematöse, 33 (35%) eine nekrotisierende AP. Während die Allel-Frequenz von C819T in unserem Kollektiv der vorbeschriebenen Verteilung in der gesunden kaukasischen Population entsprach, war das polymorphe 1082A Allel bei Patienten mit AP deutlich häufiger als in der gesunden Normalbevölkerung (40% homozygot, 37% heterozygot). Obwohl Träger des niedrig produktiven 1082A-Allels signifikant höhere maximale APACHE-II scores (ANOVA, p=0,04) hatten, war die Inzidenz der Nekrose nur tendiell erhöht. Für den seltenen C819T Polymorphismus (5% Homozygote, 35% Heterozygote) konnte weder zum APACHE-II Score noch zur Morphologie eine Assoziation nachgewiesen werden. Bei beiden Polymorphismen zeigte sich keine Assoziation zwischen Genotyp und Dysfunktion der einzelnen Organe oder Multiorganversagen.

Schlussfolgerung

Obwohl das A-Allel des IL-10 Polymorphismus G1082A, das zu erniedrigter Produktion des antiinflammatortischen IL-10 führt, mit einem erhöhten APACHE-II Score im Verlauf der AP assoziiert ist, spiegelt dies nicht einen Einfluss auf den morphologischen Schweregrad der Erkrankung wieder und es besteht keine Assoziation zu systemischem Organversagen. Der seltene C819T Polymorphismus spielt bei der AP keine messbare Rolle.