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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Indikation und klinische Ergebnisse beim Einsatz versenkter Hautinseln zur Behandlung problematischer Wunden

Poster

  • presenting/speaker Jürgen Kopp - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • A.D. Bach - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • E. Polykandriotis - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • B. Loos - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • M.G. Jeschke - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • U. Kneser - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • H. Seyhan - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg
  • R.E. Horch - Abteilung Plastische und Handchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0291

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch431.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Kopp et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

1920 stellte Braun erstmals eine neue Hauttransplantationstechnik zur Behandlung von Wunden vor, in denen konventionelle Hauttransplantationen auf Grund von Scheerkräften, hohem Druck und exzessiver Wundsekretion nur selten erfolgreich durchgeführt werden können. Wir präsentieren klinische Anwendungsbeispiele und Ergebnisse aus den vergangenen 10 Jahren in denen wir diese Technik bei Problemwunden unterschiedlichster Genese eingesetzt haben.

Material und Methoden

Nach Entnahme von Haut wird diese in kleine Partikel zerkleinert und mit Hilfe einer Pinzette in granulierende Wundbetten gepfropft, wobei die Orientierung der Partikel keine Rolle spielt.

Ergebnisse

Zwischen 1993 und 2003 wurden insgesamt 67 Patienten mit dieser Technik behandelt. Davon waren 11 Verbrennungen (z.B. Glutealregion, perianal etc.), 31 chronische Wunden an Rumpf und Extremitäten (Decubitalulzera, venöse oder arterielle Ulzera) sowie 18 diabetische Fußulzera und 7 sonstige komplexe Wunden postoperativ oder posttraumatisch. In den meisten Fällen resultierte die Transplantation nach einmaliger Durchführung in einer kompletten und dann insgesamt stabilen Reepithelisierung der behandelten Wunden. Bei einigen Patienten waren mehrere Pfropfungen erforderlich um einen definitiven Wundverschluß zu erzielen. In Einzelfällen konnten Wunden zur Abheilung gebracht werden, die bereits über mehrere Jahre bestanden hatten und bei denen klassische Hauttransplantationen erfolglos geblieben waren.

[Abb. 1]

Schlussfolgerung

Der Einsatz der Haut-Pfropfung ist einfach und kann auch als Bedside-Prozedur im stationären und ambulanten Bereich durchgeführt werden. Durch das Versenken der Hautpartikel im Granulationsgewebe bekommen diese engsten Kontakt zu ihrer gut durchbluteten Umgebung und werden dort binnen kürzester Zeit stabil verankert. Die aus der Tiefe der Granulation an die Wundoberfläche aussprossende Neoepidermis zeigt sich resistent gegenüber Scheerkräften, Druck und Superinfektion. Ferner zeigen unsere Erfahrungen der jüngsten Zeit, dass es bei vorangehendem oder gleichzeitigem Einsatz von kontinuierlichem Unterdruck (VAC-Therapie) zu einer zusätzlichen Beschleunigung der Abheilung gepfropfter Wundareale kommt.