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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Rapamycin verhindert Abstossung und Tumorwachstum in einem Transplant-Tumor Modell in der Maus

Vortrag

  • presenting/speaker Joachim Andrassy - Transplant Divison, University of Wisconsin, Madison, USA
  • G. Koehl - Chirurgische Klinik der Universitaet Regensburg, Regensburg, Deutschland
  • M. Guba - Chirurgische Klinik der LMU Muenchen, Muenchen, Deutschland
  • A. Kroemer - Chirurgische Klinik der Universitaet Regensburg, Regensburg, Deutschland
  • S. Richter - Chirurgische Klinik der Universitaet Regensburg, Regensburg, Deutschland
  • M.N. Scherer - Chirurgische Klinik der Universitaet Regensburg, Regensburg, Deutschland
  • C. Graeb - Chirurgische Klinik der LMU Muenchen, Muenchen, Deutschland
  • K.W. Jauch - Chirurgische Klinik der LMU Muenchen, Muenchen, Deutschland
  • E.K. Geissler - Chirurgische Klinik der Universitaet Regensburg, Regensburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0178

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch400.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Andrassy et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Trotz pharmakologischer Fortschritte in den letzten Jahren ist die in der Transplantationsmedizin benoetigte Immunsuppression weiterhin relativ unspezifisch und geht mit den bekannten Problemen einer unterdrueckten Immunabwehr einher. Neben einer erhoehten Infektanfaelligkeit ist auch eine hoehere Inzidenz fuer de novo und Rezidivtumorerkrankungen (fuer bestimmte Tumore ein bis zu 300-fach erhoehtes Risiko ueber der Gesamtbevoelkerung) von immunsupprimierten transplantierten Patienten bekannt. Immunsuppressiva mit anticancerogenen Eigenschaften koennten hierfuer Verbesserungen bringen. Wir haben erstmals in 2 verschiedenen Tumor-Transplantations-Modellen in der Maus die Wirksamkeit von Rapamycin und Cyclosporin A gleichzeitig auf das Transplantatsueberleben und Tumorwachstum ueberprueft.

Material und Methoden

Syngene Tumorzelllinien eines Melanoms B-16 (C57Bl/6J) und Koloncarzinoms CT-26 (BALB/c) wurden subkutan appliziert (d0). Am d7 wurden die Maeuse nach ihrer Tumorgroesse randomisiert und die Behandlung mit verschiedenen Dosierungen von Rapamycin (1.5 und 4.5 mg/KgKG/d), Cyclosporin A (40 mg/KgKG/d) oder NaCl initiiert. Als Transplantationsmodell wurden "Ear-Heart"- (von C3H zu Balb/c) und heterotope, voll vaskularisierte Herztransplantationen (von C3H zu C57Bl/6J) ebenfalls am d7 durchgefuehrt. Transplantatueberleben und Tumorwachstum wurden evaluiert. Gruppen bestanden aus 3-10 Versuchstieren.

Ergebnisse

Unbehandelte C57Bl/6 Maeuse mit B-16 Tumoren (+/- Htx) starben innerhalb von 2-3 Wochen oder mussten wegen Tumorkomplikationen euthanasiert werden. 100% der heterotop transplantierten Herzen (+/- Tumor) wurden innerhalb von 11 Tagen abgestossen. Die Behandlung mit Rapamycin (1.5 mg/KgKG) bewirkte ein signifikant verbessertes Transplantatsueberleben (p<0.005 vs. control), ein verringertes Tumorwachstum (p<0.01 vs. control), und dadurch ein Ueberleben der Versuchstiere bis zum definierten Versuchsende (d35). Eine hoehere Dosierung von Rapamycin (4.5 mg/KgKG/d) erbrachte keine Vorteile. CsA in einer Dosierung von 40 mg/KgKG verlaengerte ebenfalls das Organueberleben (p<0.02 vs. control). Allerdings wurde ein verstaerktes Tumorwachstum (p<0.01 vs. control) beobachtet. Aehnliche Resultate wurden erzielt in Balb/c-Maeusen mit CT-26 Tumoren und „Ear-Heart"-Transplantationen von C3H.

Schlussfolgerung

Wir haben hier erstmals die klinische Situation von Transplantation in der Kombination mit Tumorerkrankung in einem tierexperimentellen Ansatz nachgestellt. Allein Rapamycin vermochte sowohl das Organueberleben zu gewaehrleisten, als auch das Tumorwachstum einzudaemmen. Rapamycin sollte in dieser klinischen Situation immer in Betracht gezogen werden.