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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Robotor-assistierte Minimal-Invasive Chirurgie-Erfahrungen der ersten 65 Operationen in der Visceral- und Thoraxchirurgie

Poster

  • presenting/speaker Christoph Jacobi - Chirurgische Universitätsklinik Berlin, Charité Campus Mitte, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland
  • N. Krüger - Chirurgische Universitätsklinik Berlin, Charité Campus Mitte, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland
  • J. Rückert - Chirurgische Universitätsklinik Berlin, Charité Campus Mitte, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland
  • J.M. Müller - Chirurgische Universitätsklinik Berlin, Charité Campus Mitte, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0590

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch393.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Jacobi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Einführung der Robotor-assistierten laparoskopischen Chirurgie könnte Nachteile der konventionellen laparoskopischen Chirurgie, wie zweidimensionale Optik, Verlust der Freiheitsgrade laparoskopischer Instrumente und reduzierte Ergonomie für den Chirurgen reduzieren und gleichzeitig die Vorteile der Minimal-invasiven Chirurgie auch bei schwierigeren Operationen nutzen.

Material und Methoden

Seit November 2002 wurde das Robotorsystem Da Vinci in seinem Einsatz bei unterschiedlichen abdominal- und thoraxchirurgischen Eingriffen eingesetzt und hinsichtlich der Aufbau-, Rüst- und Operationszeiten sowie der Vor- und Nachteile im Vergleich zur konventionellen laparoskopischen Chirurgie untersucht. Hierbei wurden neben Cholezystektomien, Fundoplikationen, Magenteil- und Ösophagusresektionen auch Thymektomien, Lungenresektionen und Kolonresektionen durchgeführt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden bislang 65 robotor-assistierte laparoskopische Eingriffe durchgeführt, welche in der Tabelle [Tab. 1] aufgeführt sind. Die anfänglich langen Aufbau- und Rüstzeiten konnten im Verlauf auf durchschnittlich 8 + 5 min. reduziert werden. Im Vergleich zur konventionellen laparoskopischen Technik waren die durchschnittlichen Operationszeiten bei allen unterschiedlichen Eingriffen vergleichbar ohne einen Vorteil eines der beiden Verfahren. Operationstechnische Vorteile besonders im Hinblick auf die Präparation und Sicht zeigten sich bei der Thymektomie, der Fundoplikatio mit überwiegend intrathorakal gelegenen Magen und bei der Magenresektion. Nachteile des Systems sind haupsächtlich die fehlenden, für die Visceral- und Thoraxchirurgie notwendigen Instrumente, die fehlende Zugangsmöglichkeit mehrerer Trokare und Instrumente des Assistenten bei auftretenden Komplikationen, wie Blutungen, und nicht zuletzt die Notwendigkeit einer optimalen Trokarpositionierung der Systemarbeitstrokare bei starrem fixierten Robotor. Ein weiterer Nachteil ist die Lagerung des Patienten, welche nach Aufbau des Systems nicht ohne erneuten Ab- und Aufbau des Roboters gewechselt werden kann. Hingegen ist die Erweiterung der Freiheitsgrade der Instrumente besonders bei Operationen mit eingeschränktem und begrenztem Operationsfeld und die dreidimensionale Sicht als äußerst vorteilshaft zu bewerten.

Schlussfolgerung

Bei Operationen mit begrenztem Operationsfeld und schwieriger Exploration bzw. Darstellung der operationsrellevanten Strukturen kann die robotor-assistierte Chirurgie gegenüber der konventionellen laparoskopischen Chirurgie Vorteile aufweisen. Die zusätzliche Zeit des Systemaufbaus und Konnektion am Patienten kann in kurzer Zeit auf ein Minimum reduziert werden. Die Entwicklung von neuen Instrumenten sowie eine Weiterentwicklung der Systeme mit Integration des Operationstisches können derzeitige Nachteile minimieren.