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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Die Nephroblastomatose im Kindesalter: Verlaufskontrolle und Therapiefestlegung mittels neuartiger MR-Volumetrie und 3D-visualisierter Operationsplanung

Poster

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  • presenting/speaker Patrick Günther - Abteilung für Kinderchirurgie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • J.P. Schenk - Pädiatrische Radiologie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • J. Tröger - Pädiatrische Radiologie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • K.-L. Waag - Abteilung für Kinderchirurgie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0381

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch376.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Günther et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Nephroblastomatose stellt eine seltene und sehr komplexe Nierenerkrankung dar, die eine interdisziplinäre Betreuung erfordert. Charakteristisch ist das diffuse oder multifokale Persistieren der embryonalen Nierenanlagen mit dem Risiko einer malignen Entartung. Die allgemein empfohlene Chemotherapie orientiert sich dabei an den Befunden der Magnetresonanztomographie. Die aus diesem Grund geforderte exakte Bestimmung des Volumens des erkrankten Gewebes ist hierbei mittels herkömmlicher Messmethoden jedoch nicht möglich. Zusätzlich ist der Zeitpunkt der chirurgischen Intervention nicht eindeutig festgelegt.

Material und Methoden

Anhand der mittels eines 0,5 T Magneten gewonnen MRT-Daten einer zweijährigen Patientin mit bilateralem Befall wird der Einsatz einer leistungsstarken 3D-volume-rendering-software demonstriert. Automatische und manuelle Segmentierungsfunktionen wurden angewendet, um das exakte Nephroblastomatosevolumen beziehungsweise das Verhältnis zum Nierenparenchym über einen Zeitraum von 12 Monate zu bestimmen. Präoperativ erfolgte eine 3D-visualisierte Operationsplanung.

Ergebnisse

Die Volumenabnahmne der anfänglich mit 460 ml extrem vergrößerten Niere, bei 80 prozentigem Nephroblastomaseanteil, war bis zur Normgröße zu verfolgen. Strukturelle Auffälligkeiten der Nephroblastomatosebezirke konnten klar dedektiert und dabei die Größenzunahme von zwei entstandenen Raumforderungen genau bestimmt werden. Die interdisziplinär festgelegte Enukleation der beiden Herdstrukturen erfolgte dann nach einer interaktiven 3D-visualisierten Operationsplanung, die für Tumoroperationen in unserer Klinik entwickelt wurde. Nach dem histologischen Nachweis einer malignen Entartung im Sinne eines Nephroblastoms erfolgte dann die nach Studienprotokoll vorgesehene Therapie.

Schlussfolgerung

Insgesamt kann so mittels der computerassisierten MR-Volumetrie und Operationsplanung eine entscheidende Verbesserung in der Betreuung von Patienten mit Nephroblastomatose erreicht werden.