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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Die Ruptur der Aorta im Abschnitt IV (Klinik, Diagnose und Therapie)

Vortrag

  • presenting/speaker Peter Kujath - Chirurgische Klinik der Medizinischen Universität zu Lübeck
  • CH. Franke - Chirurgische Klinik der Medizinischen Universität zu Lübeck
  • H. Shekarriz - Chirurgische Klinik der Medizinischen Universität zu Lübeck
  • U. Markert - Kreiskrankenhaus Balingen
  • G. Müller - Evangelisches Krankenhaus Köln-Kalk

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0879

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch359.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Kujath et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Aortenruptur im Abschnitt IV stellt eine akute Situation dar, die eine spezifische Versorgung notwendig macht. Trotz der erheblichen Fortschritte in der perioperativen Behandlung und Verbesserungen der operativen Techniken ist die Letalität dieses lebensbedrohlichen Krankheitsbildes nach wie vor hoch.

Material und Methoden

Im Zeitraum von 1992 bis 2002 wurden an der Chirurgischen Klinik UK S-H, Campus Lübeck, 842 Patienten mit einem Aortenaneurysma behandelt. Darunter wurden 24 Patienten wegen eines Aortenaneurysma im Abschnitt IV operiert. Bei 18 Patienten handelte es sich um einen Notfalleingriff aufgrund einer Ruptur, 6 Patienten mit geringer Symptomatik wurden elektiv operiert. Bei allen Patienten konnte die Lokalisation des Aneurysmas durch die Sonographie verifiziert werden. Bei 11 Patienten noch ausreichend Zeit, eine Computertomographie vorzunehmen. Die Operation erfolgte durch einen modifizierten thorako-abdominellen Zugang mit Durchtrennung des Zwerchfells und vollständiger Freilegung der thorakalen Aorta und des retroperitonealen Anteils der Aorta. Nach Ausklemmen der thorakalen Aorta und Eröffnung des Aneurysmas wurde der Tr. coeliacus, die A. mesenterica und die renalen Arterien durch Fogarty-Katheter geblockt. Ohne Zuhilfenahme einer Herzlungenmaschine erfolgte ein Interponat einer Aortenprothese vom thorakalen Abschnitt bis zur Aortenbifurkation. Die Viszeralarterien wurden über 2 oder 3 Patches in die Aortenprothese reinseriert.

Ergebnisse

Alle elektiv operierten Patienten überlebten . Die Letalität nach Ruptur betrug 50% und war somit mit der bei den Patienten mit rupturiertem AA im Abschnitt V vergleichbar. In der Frühphase erlitten 10 Patienten nach dem Declamping der Viszeral-arterien einen passageren Tourniquet-Schock, Blutungsprobleme traten bei 9 Patienten auf (mehr als 15 EKs), 5 Patienten hatten ein postoperatives Nierenversagen und mußten passager dialysiert werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf der ICU betrug 20 Tage. 2 Jahre nach der Operation lebten noch 11 der 15 überlebenden Patienten.

Schlussfolgerung

Aufgrund des besonderen Zugangs ist die schnelle und genaue Diagnose der Aortenruptur im Abschnitt IV unabdingbar. Unter standardisierten Bedingungen ist ein Aortenersatz ohne Einsatz einer Herzlungenmaschine möglich. Die Ergebnisse sind mit der Aortenruptur im Abschnitt V vergleichbar.