gms | German Medical Science

121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Chronifizierung akuter postoperativer Schmerzen: Inzidenzen nach elektiver Chirurgie

Poster

  • presenting/speaker Nedim Yücel - Chirurgische Klinik Köln-Merheim
  • C. Simanski - Chirurgische Klinik Köln-Merheim
  • S. Hoederath - Biochemische & Experimentelle Abteilung, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln
  • P. Gerards - Biochemische & Experimentelle Abteilung, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln
  • K. Kreutz - Biochemische & Experimentelle Abteilung, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln
  • E. Neugebauer - Biochemische & Experimentelle Abteilung, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1376

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch346.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Yücel et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

Ziel dieser Studie war es, im Rahmen einer Querschnitts- Kohortenstudie eine mögliche Akutschmerzchronifizierung nach einer elektiven Operation zu untersuchen. Dabei sollten Inzidenzen der Chronifizierung OP-bezogener Schmerzen analysiert werden.

Material und Methoden

Ein Jahr lang wurden alle an unserer Klinik operierten Patienten mit einem Fragebogen zu ihren neu aufgetretenen Schmerzintensitäten seit dem operativen Eingriff befragt. Diese mußten zwölf Monate nach dem Eingriff noch vorhanden sein und eine Schmerzintensität VAS ≥ 30 Pkt. aufweisen. Um den Zusammenhang zwischen dem operativen Eingriff und den Schmerzen aufzeigen zu können, führten wir eine zweite Untersuchung /Befragung durch, in der wir die Pat. persönlich zur OP-Bezogenheit ihrer Schmerzen untersuchten.

Ergebnisse

Ingesamt wurde an 3020 operierten Patienten ein Schmerzfragebogen ausgesendet. Die Rücklaufquote betrug 32,6% (984 Fragebögen), davon waren 911 Fragebögen auswertbar. In der ersten Befragung gaben 522 Patienten sechs Monate oder länger nach dem Eingriff eine VAS-Schmerzzahl ≥ 30 an. In der telefonischen und/oder persönlichen Follow up-Untersuchung gaben 14,8% der Patienten OP-bezogene Schmerzen an und sahen einen direkten Zusammenhang mit der Operation, 20,4% gaben eine Schmerzsymptomatik an, die sie nicht auf den operativen Eingriff zurückführten. Nahezu zwei Drittel (64,7%) der Befragten gaben keine Schmerzen mehr nach erfolgter Operation an.

Schlussfolgerung

Mehr als ein Drittel (35,2%) operierter Patienten geben Schmerzen 6-12 Monate nach einem operativen Eingriff an, 14,8% führen diese Symptomatik direkt auf den operativen Eingriff an sich zurück, dessen Hauptindikation ein Schmerzsymptom gewesen ist. Diese Ergebnisse zeigen, dass einer effizienten Akutschmerztherapie wie auch einer atraumatischen und schonenden Operationsweise eine herausragende Bedeutung zukommt. Jeder siebte Patient tauscht eine bekannte Schmerzsymptomatik durch eine Neue ein, die seiner Meinung nach durch einen operativen Eingriff induziert ist. Diese Schmerzen treten 12 Monate oder noch länger postoperativ auf und zeigen eine hohe Chronifizierungstendenz.