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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Sind MIC-Verfahren in der Schilddrüsenchirurgie erforderlich? : Kosmetische Ergebnisse nach Schilddrüsenresektionen

Poster

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  • presenting/speaker Stefan Minner - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HELIOS Klinikum Erfurt
  • H. Rödiger - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HELIOS Klinikum Erfurt
  • B. Böhm - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HELIOS Klinikum Erfurt

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1089

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch189.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Minner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

MIC-Techniken zur Schilddrüsenresektion werden immer häufiger mit dem Hinweis auf kosmetische Vorteile propagiert. Leider sind aktuelle Berichte über die subjektive und objektive kosmetische Einschätzung selten, um tatsächlich beurteilen zu können, ob MIC-Techniken aus diesen Gründen erforderlich sind.

Material und Methoden

In einer prospektiven Studie beantworteten 244 Patienten, die vom 4.1.2000-18.1.2002 operiert wurden, einen Fragebogen zum postoperativen und kosmetischen Resultat. Von den Patienten, die geantwortet hatten, wurden 70 Patienten zu einer klinischen Untersuchung gebeten, in der die Wunde beurteilt und digital aufgezeichnet wurde. Die Photographien wurden zusätzlich von zwei anderen Chirurgen beurteilt. Die Wunde wurde vom Patienten (P) und den drei Chirurgen (A,B,C) nach einer 5-Punkte-Skala (sehr gut - mangelhaft) bewertet. Die Übereinstimmung in der Bewertung wurde überprüft (gewichtetes Kappa). Alle numerischen Werte werden als Median und 5%-95%-Perzentile angegeben.

Ergebnisse

Die Fragebogen beantworteten 166 Frauen und 78 Männer mit einem Durchschnittsalter von 55 (33-73) Jahren. Das mediane Alter betrug 55 (33-73) Jahre. 229 Patienten wurden wegen einer Struma nodosa mit euthyreoter Stoffwechsellage operiert, 14 Patienten litten an einer hyperthyreosten Schilddrüsenerkrankung und 1 Patient an einer Autoimmunthyreoiditis. Es wurden 59 Patienten (24,2%) nur einseitig und die anderen beidseitig operiert. Die Narbe wurde überwiegend mit sehr gut und gut beurteilt, wobei Frauen nur tendentiell eine etwas schlechtere Beurteilung abgaben (p=0,06). Über Wundheilungsstörungen berichteten 4,1%, über eine überschießende Narbenbildung ebenfalls 4,1%%, über Schluckbeschwerden 7,0% und über ein Druckgefühl 7,8%. Lediglich 2,5% der Patienten verdeckten die Narbe mit einer Kette oder ähnlichem. Es gab keinen Zusammenhang mit der operierten Schilddrüsenerkrankung oder ob die Schilddrüse ein- oder beidseitig operiert wurde (p>0,4). Die Wundheilungsstörung war häufiger verbunden mit dem Druckgefühl (p=0,04 ), einer überschießenden Narbe (p=0,05 ) und Schluckbeschwerden (p=0,03). Bei der Nachuntersuchung betrug die Narbenlänge 4 (3-7) cm und die Breite 3 (1-4) mm. Die Untersucher beurteilten die Wunden ebenfalls als sehr vorteilhaft. Die Übereinstimmung in der Beurteilung zwischen den Chirurgen war mit 0,5 akzeptabel. Die Chirurgen beurteilten die Narbe aber deutlich schlechter als die Patienten.

[Abb. 1]

Schlussfolgerung

Die Langzeitergebnisse werden von den Patienten in der sehr überwiegenden Mehrheit als sehr gut oder gut bezeichnet. Wundheilungsstörungen sollten unbedingt vermieden werden. Ob MIC-Techniken allein aus kosmetischen Gründen erforderlich sind, erscheint zweifelhaft.