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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Bedeutet Arbeitszeitreduktion = Leistungsreduktion in der Chirurgie?

Poster

  • presenting/speaker Georg Pistorius - Abt. Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Chirurgische Universitätsklinik Homburg/Saar
  • S. Richter - Abt. Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Chirurgische Universitätsklinik Homburg/Saar
  • W. Lindemann - Abt. Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Chirurgische Universitätsklinik Homburg/Saar
  • M.K. Schilling - Abt. Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Chirurgische Universitätsklinik Homburg/Saar

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0715

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch153.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Pistorius et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Seit Jahren wird die Nichteinhaltung des bisher gültigen Arbeitszeitgesetzes in der Chirurgie insbesondere von Universitätskliniken mit der notwendigen Leistungserbringung in der Patientenversorgung legitimiert. Im Januar 1997 wurde an unserer Chirurgischen Klinik ein an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes adaptiertes Arbeitsmodell etabliert, welches durch verlängerte Tagesarbeitszeit Freizeit als Überstundenausgleich nach dem Bereitschaftsdienst ermöglichte. Seit 8/03 wurde das Modell modifiziert, so daß die Dienstleistungstätigkeit in der Patientenversorgung durch Flexibilierung der Tagesarbeitszeit und fixierte Arbeitszeitkontingente arbeitszeitgesetzkonform gestaltet ist.

Material und Methoden

Anhand der Betriebs- und Leistungsdaten (Fallzahlen, Aufnahmen, Entlassungen, Berechnungstage, Belegungstage, Operationen und Patientenverweildauer sowie Nutzungsgrad der Planbetten) werden diese beiden Arbeitszeitmodelle mit der bis 1996 praktizierten Mehrarbeit ignorierenden Arbeitsweise verglichen.

Ergebnisse

Im Vergleich zu dem Zeitraum bis 1996, ergibt sich bei gleich gebliebenem Gesamtpersonalschlüssel in beiden nachfolgenden Arbeitszeitmodellen weder für die Patientenfallzahl, die Anzahl der Aufnahmen und Entlassungen sowie die Berechnungstage und Belegungstage ein signifikanter Unterschied. Ab 2001 konnten zusätzlich durch Straffung von Stationsabläufen und Abflachung der Hierarchie extern finanzierte Stellen in Vollzeit-Wissenschaftsstellen umgeschichtet werden. Die Anzahl der Operationen konnte gegenüber 1996 im Jahresmittel um 6,7%, im Maximum um 9% gesteigert werden. Nach 2001 konnte durch eine Verschiebung im operativem Spektrum eine deutliche Steigerung der Fallzahlen im Bereich der hepato-pankreato-biliären Chirurgie verzeichnet werden, gleichzeitig wurde die Lebertransplantation etabliert. Die Belegungsdauer konnte während des Vergleichszeitraumes um 20% von 9,7 auf 8,07 Tage reduziert werden. Ein Vergleich der Leistungsdaten August/September 2002 und 2003 zeigt bezüglich der Patientenbewegung keinen signifikanten Unterschied.

Schlussfolgerung

Durch eine Verbesserung klinischer Organisationsstrukturen mit konsequentem Einsatz moderner Informationstechnologie ist eine Leistungssteigerung in der großen Viszeralchirurgie bei weitestgehender Einhaltung des aktuell gültigen Arbeitszeitgesetzes möglich. Eine separate Leistungserfassung in Patientenversorgung, Forschung und Lehre verbessert die betriebswirtschaftliche Steuerung der drei Bereiche.