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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Einfluß des Geschlechtes des Spenders auf den postoperativen Verlauf nach „small-for-size“ Lebertransplantation

Vortrag

  • presenting/speaker YanLi Gu - Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen
  • O. Dirsch - Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen
  • Y. Ji - Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen
  • H. Chi - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Essen
  • C.E. Broelsch - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Essen
  • U. Dahmen - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Essen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1029

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch108.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Gu et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

In der Vergangenheit wurde in verschiedenen Transplantationsmodellen ein ungünstiges Ergebnis nach geschlechtsdifferenter Transplantation, insbesondere bei Transplantation weiblicher Organe in männliche Empfänger, beobachtet (nach klinische Lebertransplantation, Rustgi 2002). Aufgrund der ständigen Zunahme der „small-for-size"-Transplantationen im Rahmen der Leberlebendspende, sollte in dieser Studie das Outcome nach geschlechtsdifferenter Teillebertransplantation im Rattenmodell untersucht werden.

Material und Methoden

Männliche (250-270 gr) und weibliche Lewis-Ratten (230-250 gr) wurden als Spender verwendet. Als Empfänger dienten ausschließlich männliche Ratten. Zur Größenreduktion wurde im Spender eine 70% Leberresektion (Entfernung des linkslaterale und medianen Leberlappen) durchgeführt, die Transplantation erfolgte in Standard-Cuff-Technik. WE wurden. Für jeden Beobachtungszeitpunkt (1 und 4 Wochen, 3 Monate) wurden 4-6 Tiere operiert, insgesamt 20 bzw. 21 Tiere in jedem Versuchsarm.Bei spontanem Versterben als auch zum Ende des Beobachtungszeit wurde eine komplette Autopsie der Tiere mit Gewinnung von serum- und histologischen Proben durchgeführt.

Ergebnisse

Die Überlebensrate der beiden Versuchsgruppen zeigte deutliche Unterschiede (männlich-männlich: 90% (18/20) versus weiblich-männlich 62% (13/21); P=0.028 log-rank test). In der Gruppe der geschlechtsgleichen Transplantationen (M-M) erreichten alle Tiere das Ende des geplanten Beobachtungszeitraum von 1 und 4 Wochen, nach geschlechtsdifferenter Transplantation (F-M) nur (77%) 10/13 Tieren. Todesursache waren in allen 3 Fällen makroskopisch ausgedehnte Lebernekrosen. In der F-M Gruppe zeigte alle Transplantate nach 1 Woche einen ausgeprägteren histomorphologischen Schaden als in der M-M Gruppe (mittlerer Score von 6.1 versus 3.6). Im Langzeitverlauf (3 Monate) verstarben nach M-M Transplantation (25% (2/8) Tiere (POD 45 bzw 61) an Gallengangskomplikationen, nach F-M war die Todesrate mehr als doppelt so hoch (63% (5/8)). Makroskopisch fand sich eine deutliche Gallengangsobstruktion aufgrund von Sludgebildung, histologisch erhebliche Gallengangsproliferate.

Schlussfolgerung

Die Letalität als auch die Komplikationsrate nach geschlechtsdifferenter Teillebertransplantation war deutlich höher als nach geschlechtsgleicher Transplantation, sowohl in der Frühphase als auch im Langzeitverlauf, was möglicherweise auf die inder Literatur (Gasbarrini 2001) beschriebene größere Empfindlichkeit für den ischämiebedingte Schädigung zurückzuführen ist.