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15. Workshop der gmds-Arbeitsgruppe "Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (CBT)" und des GMA-Ausschusses "Neue Medien"

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Dieter Scheffner Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung, Kompetenzbereich eLearning

06.04. - 08.04.2011, Berlin

iMorphologie: Blended Learning in integrierten Anatomie-Bilddiagnostik-Modulen

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Gesellschaft für Medizinische Ausbildung. 15. Workshop der AG Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (AG CBT) und des GMA-Ausschusses "Neue Medien in der Medizinischen Ausbildung". Witten, 07.-08.04.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11cbt11

DOI: 10.3205/11cbt11, URN: urn:nbn:de:0183-11cbt111

Veröffentlicht: 4. April 2011

© 2011 Streicher.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In systembasierten Medizincurricula müssen Lehrinhalte verschiedener Fächer nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich integriert werden, damit der intendierte Synergie-Effekt nicht durch Redundanzen und Zeitverlust geschmälert wird. Gleichzeitig soll das stets knappe Zeitbudget durch Flexibilisierung und Individualisierung der Wissensvermittlung optimal genutzt werden. Zielsetzung war es hier, eine enge inhaltliche Integration von anatomischer Präparation und klinischer Bilddiagnostik zusammen mit einer möglichst zeit-effizienten Kombination von Präsenzphasen und flexiblem e-learning zu entwickeln.

Methoden: Die 720 Studierenden eines Jahrganges werden in Kleingruppen von je 2 Lehrpersonen – 1 AnatomIn und 1 RadiologIn – betreut und wechseln zwischen Seziersaal und Computerstudio wo jeweils zum selben Organsystem Präparation und fall-basierte klinische Bilddiagnostik stattfinden. Im Seziersaal unterstützen deckenmontierte iMacs und ein großformatiges interaktives Whitebord multimedial die Präparation. Auf diesen Computern stehen die Röntgenbilder, CTs und MRs der Bilddiagnostikfälle ebenso wie Sezieranleitung, Atlanten, Präpariervideos, Operationsvideos, 3D-Rekonstruktionen und Embryologie-Animationen zur Verfügung. Im Computerraum wird die Bilddiagnostik jedes Organsystems mit einem technisch-methodischen Kurzvortrag eingeleitet. Danach stehen den Studierenden für ca. zwei Wochen Fallpräsentationen auf einer Moodle-Plattform im Internet zum Selbsstudium zur Verfügung. Unterstützt wird das Selbsstudium durch Diskussionsforen, die von RadiologInnen betreut und geleitet werden. Die Präparation wird im Rahmen des immanenten Prüfungscharakters beurteilt und mit Team-Lernen ergänzt, die Erfolgskontrolle der Bilddiagnostik wird anhand von MC-Fragen zu projizierten Bildbefunden unter Einsatz von mobilen Antwortgeräten durchgeführt.

Ergebnisse: Dieses didaktische Setting ermöglicht den Studierenden große Flexibilität und individuelle Zeiteinteilung, sowohl in der Vorbereitung auf die Präparation, als auch für die Bezugnahme zu chirurgischen Eingriffen und das Fallstudium der Bilddiagnostik. Das iMorphologie-Konzept wird von den Studierenden gut angenommen und begleitet mittlerweile alle organsystem-basierten Studienmodule des 4. bis 6. Semesters.

Schlussfolgerung: Bei der Integration multi-disziplinärer Lerninhalte zu Studienmodulen in systembasierten Medizincurricula birgt das Blending verschiedener didaktischer Szenarien und die Verbindung aus begleitetem Selbsstudium, Präsenzphasen und Multimediaunterstützung ein wesentliches Potential zur Vernetzung der Inhalte aber auch zur Steigerung der zeitlichen Effizienz.