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Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (ADANO)

29.09. - 30.09.2011, Regensburg

Zentraler kontralateraler Hörverlust bei ipsilateral vertäubten Meerschweinchen

Meeting Abstract

  • author Jan Wagner - HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin
  • M. Gröschel - HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin
  • S. Janson - HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin
  • D. Basta - HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin
  • A. Ernst - HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Herbsttagung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie Regensburg mit wissenschaftlicher Unterstützung der ADANO 2011. Regensburg, 29.-30.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11adano37

DOI: 10.3205/11adano37, URN: urn:nbn:de:0183-11adano379

Veröffentlicht: 21. September 2011

© 2011 Wagner et al.
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Gliederung

Text

In der Studie sollten die Auswirkungen einer einseitiger Cochleaablation bei normalhörenden Meerschweinchen auf das kontralaterale zentrale und periphere Gehör untersucht werden.

Material/Methoden: Einseitig durch Eröffnung der Cochlea vertäubte Tiere sowie beidseitig normalhörende Tiere wurden für 90 Tage mit Umgebungsgeräuschen bis 65dB beschallt. Vor Vertäubung und nach Geräuschexposition wurden BERA-Messungen durchgeführt. Cochleogramme (whole mounts) wurden erstellt und in den Frequenzabschnitten 0,4 kHz bis 25 kHz Haarzellen ausgezählt. Haarzellverluste beider Gruppen sowie die BERA-Ergebnisse wurden evaluiert.

Ergebnisse: Nach 90 Tagen zeigten die BERA-Messungen einen kompletten Hörverlust auf der vertäubten Seite und einen signifikanten Abfall der Hörschwelle (4–20Hz) von 14dB, SEM 2,9 (p=0,001, paired T-Test) auf der kontralateralen Seite im Vergleich zu den Werten vor Vertäubung. Die kontralateralen Ohren der ipsilateral vertäubten Tiere zeigten einen Haarzellverlust von 1,3/100 µm SEM 0,12. Verglichen mit dem Haarzellverlust der Kontrollgruppe (1,6/100 µm) war der Unterschied nicht signifikant (u-Test p=0.542).

Diskussion: Da kein kontralateraler Haarzellschaden beobachtet werden konnte, scheinen die abgefallenen BERA-Schwellen Folge von plastischen Umbauprozessen in der unteren zentralen Hörbahn zu sein. Dies könnte ein deutliches Zeichen für eine interaurale Interaktion bei einseitiger Ertaubung sein. Weitere Untersuchungen der Zelldichte und Aktivität in den Kernen der unteren Hörbahn könnten diese Beobachtung stützen. Zusammenfassend zeigen unsere Daten, dass eine einseitige Vertäubung bei Meerschweinchen zu Veränderungen der Signalverarbeitung auf der kontralateralen Seite ohne Beeinträchtigung der Struktur der äußeren Haarzellen führt.