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Interleukin-6 als prädiktiver Marker für klinische und histopathologische Charakteristika bei Patienten mit einem Harnblasenkarzinom
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| Published: | April 26, 2024 |
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Einleitung: Inflammatorische Zytokine wie Interleukin-6 (IL-6) sind mit schlechtem klinischem Outcome bei Krebspatienten assoziiert. In der Vergangenheit konnte bereits gezeigt werden, dass hohes Serum-IL-6 mit höheren Tumorstadien bei radikalen Zystektomie Patienten korreliert. Ein Zusammenhang zwischen IL-6 und Sarkopenie bei Tumorpatienten ist in der Literatur auch bereits beschrieben. Die Pathogenese von IL-6 und Assoziation mit Sarkopenie wurde bei Urothelkarzinom Patienten allerdings noch nicht ausreichend erforscht. Ziel dieser Studie ist den Zusammenhang zwischen IL-6 und klinisch-pathologischen Parametern zu analysieren und die Herkunft von erhöhten IL-6 Werten besser zu verstehen.
Methode: Zwischen 2019 und 2022 wurden bei 179 Urothelkarzinom Patienten, die eine radikale Zystektomie erhalten haben, präoperative Serumproben asserviert. Anhand präoperativer Computertomographien wurde bei diesen Patienten der Skeletale Muskel Index (SMI) Sarkopenie, Psoas Muskel Index (PMI) und Muskeldichte bestimmt. Anhand dieser Messungen konnte festgestellt werden ob eine Sarkopenie oder eine Myosteatose vorliegt. IL-6 wurde im Blutserum mittels hochsensitivem ELISA bestimmt. Klinische, histopathologische und Follow-Up Daten wurden erhoben. Anhand einer zusätzlichen Kohorte von 15 Urothelkarzinom Patienten wurde die IL-6 Produktion im Tumorgewebe anhand einer 24-Stunden Kultur bestimmt.
Ergebnisse: IL-6 im Serum war im Median bei 5.4 pg/ml (IQR 2.9-13.4). Patienten mit Sarkopenie und solche mit Myosteatose hatten signifikant höhere IL-6 Werte im Serum (p=0.04 und p<0.01). Höhere Tumorstadien, größere Tumoren, positive Schnittränder und positive Lymphknoten waren allesamt mit höheren Serum-IL-6 Werten assoziiert (alle p≤0.01). Hohes IL-6 war in unserer Studie ein prädiktiver Marker für kürzeres gesamt und tumorspezifisches Überleben nach radikaler Zystektomie (OS: HR 3.01; 95%CI 1,5-6.6; p<0.01 und CSS: HR 2.7; 95%CI 1.1-6.5; p=0.03). Das Tumorgewebe in höheren Tumorstadien produzierte mehr IL-6, wobei niedrige Tumorstadien sehr wenig IL-6 produzierten
Schlussfolgerung: Hohes Serum-IL-6 ist ein prädiktiver Marker für höhere Tumorstadien, Tumorgröße und positive Lymphknoten. Zusätzlich besteht sowohl ein Zusammenhang zwischen IL-6 und Sarkopenie als auch zwischen IL-6 und Myosteatose. Höhere Tumorstadien zeigten eine vermehrte Freisetzung an IL-6 in der 24-Stunden Kultur. Dies ist ein Hinweis auf die Herkunft hoher Serum-IL-6 Werte bei Harnblasenkarzinom Patienten.
