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Starkes Rauchen führt zu schlechteren Ergebnissen bei PatientInnen mit high grade T1 nicht-muskelinvasivem Urothelkarzinom der Harnblase
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| Published: | April 26, 2024 |
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Einleitung: Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung und das Fortschreiten von Blasenkrebs bei muskelinvasiver Erkrankung; seine Auswirkungen auf die onkologischen Ergebnisse bei PatientInnen mit T1 nicht-muskelinvasivem Urothelkarzinom (NMIBC) sind jedoch nur unzureichend definiert. Daher hat sich diese Studie zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen von Rauchen und der Rauchintensität auf die onkologischen Ergebnisse bei PatientInnen mit T1 high grade (HG) NMIBC zu untersuchen.
Methode: In dieser multizentrischen Studie wurden PatientInnen, die mit einer transurethralen Resektion eines Blasentumors (TURB) und anschließender Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Therapie bei T1 HG behandelt wurden, retrospektiv analysiert. Die Rauchintensität wurde in folgende Kategorien eingeteilt: leicht (<10 Zigaretten pro Tag) und stark (>10 Zigaretten pro Tag). Der Zusammenhang zwischen Raucherstatus und Rauchintensität mit rezidivfreiem- (RFS), progressionsfreiem- (PFS), krebsspezifischem- (CSS) und Gesamtüberleben (OS) wurde in Cox-Regressionsmodellen untersucht.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 529 T1 HG NMIBC-PatientInnen in die Analyse einbezogen. Davon hatten 439 PatientInnen (83%) eine primäre T1-Erkrankung und 200 (38%) hatten multifokale T1-Tumoren. Insgesamt rauchten 161 (31%) der PatientInnen nie, 229 (44%) waren ehemalige RaucherInnen und 129 (25%) waren aktive RaucherInnen. Männliche Patienten waren häufiger ehemalige oder aktive Raucher (p<0,001). Von allen RaucherInnen waren 127 (35%) und 241 (65%) einer leichten bzw. starken Rauchbelastung ausgesetzt. Aktive RaucherInnen hatten eine höhere Rate von singulären oder multiplen, gleichzeitig zusätzlich aufgetretenen Nicht-T1HG-Tumoren (p=0,004).
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 126 Monaten (IQR 82,3-190,9) kam es bei 245 (46%) bzw. 97 (18%) Patienten zu einem Wiederauftreten bzw. Fortschreiten der Erkrankung. Die RFS-Raten nach 5 Jahren betrugen bei Patienten mit leichter und starker Rauchintensität 74,5% bzw. 57,1%. Der Raucherstatus war nicht mit RFS, PFS, CSS oder OS assoziiert (alle p-Werte >0,05). Die starke Rauchintensität war mit einem schlechteren RFS assoziiert (HR 1,54, 95% CI 1,10-2,14, p=0,01), jedoch nicht mit PFS, CSS oder OS (alle p-Werte >0,05). Dies bestätigte sich auch in multivariablen Analysen, bei denen die Auswirkungen bekannter klinisch-pathologischer Merkmale berücksichtigt wurden; starke Rauchintensität blieb mit RFS assoziiert (HR 1,68, 95% CI 1,14-2,48, p=0,01).
Schlussfolgerung: In unserer Studie führte eine hohe Rauchintensität zu einem erhöhten Rezidivrisiko bei Patienten mit T1 HG NMIBC. Das Einstellen des Rauchens kann dazu beitragen, die Prognose bei diesen Patienten zu verbessern.
