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Die Auswirkungen von T1-Substaging auf das onkologische Überleben bei PatientInnen mit high grade nicht-muskelinvasivem Urothelkarzinom der Harnblase
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| Published: | April 26, 2024 |
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Einleitung: High grade (HG) T1 Urothelkarzinome der Harnblase haben die höchsten Rezidiv- und Progressionsraten unter den nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinomen (NMIBC). Dennoch bleibt die optimale Behandlung der T1-Erkrankung aufgrund ihrer großen Heterogenität umstritten. In einigen Studien konnte gezeigt werden, dass ein pathologisches Substaging die Prognose verbessern kann. Unser Ziel war es, die Auswirkungen des T1-Substagings auf die onkologischen Ergebnisse bei Patienten mit T1 HG NMIBC zu untersuchen.
Methode: In dieser multizentrischen Studie wurden PatientInnen, die mit einer transurethralen Resektion des Blasentumors (TURB) und anschließender Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Therapie bei T1 HG behandelt wurden, retrospektiv analysiert. Das Substaging von T1-Tumoren wurde wie folgt definiert: T1a, wenn der Tumor den Plexus muscularis mucosae-vascularis (MM-VP) nicht infiltriert, und T1b (der Tumor infiltriert und/oder dringt in den MM-VP ein). Die Assoziation von T1-Substaging und rezidivfreiem (RFS), progressionsfreiem (PFS), krebsspezifischem (CSS) und Gesamtüberleben (OS) wurde in Cox-Regressionsmodellen untersucht. Die Genauigkeit dieser Modelle wurde mit dem Harrel-Konkordanzindex (C-Index) bewertet.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 529 T1 HG NMIBC-PatientInnen in die Analyse einbezogen. Davon hatten 439 PatientInnen (83%) eine primäre T1-Erkrankung und 200 (38%) hatten multifokale T1-Tumoren. T1a- und T1b-Substadien wurden bei 323 (61%) bzw. 206 (39%) PatientInnen festgestellt.
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 125,9 Monaten (IQR 82,3-190,9) kam es bei 245 (46%) bzw. 97 (18%) PatientInnen zu einem Wiederauftreten bzw. Fortschreiten der Erkrankung. Insgesamt hatten PatientInnen mit T1b-Tumoren eine höhere Rezidiv- (40% vs. 57%,p<0,001) und Progressionsrate (13% vs. 26%,p<0,001) im Vergleich zu PatientInnen mit T1a-Tumoren. PatientInnen mit T1b-Tumoren wiesen höhere Raten von BCG-Versagen auf (45% vs. 31%,p<0,001). Das RFS nach 5 Jahren betrug bei PatientInnen mit T1a- und T1b-Tumoren 68,2% bzw. 53,7%. In multivariablen Analysen, die für etablierte klinisch-pathologische Merkmale adjustiert wurden, war das T1b-Substadium mit RFS (HR 1,41, 95%CI 1,06-1,87,p=0,02), PFS (HR 2,21, 95%CI 1,41-3,49,p<0,001), CSS (HR 4,00, 95%CI 1,82-8,82,p<0,001) und OS (HR 1,68, 95%CI 1,13-2,49,p=0,01) assoziiert. Das Hinzufügen von Substaging verbesserte die Genauigkeit des Basismodells für CSS und PFS, (C-Index=0,67 vs. C-Index=0,50 bzw. C-Index=0,81 vs. C-Index=0,78),und nur minimal für RFS und OS. Die DCA ergab eine leichte Verbesserung des klinischen Nutzens durch die Integration des Substagings in das prognostische Modell.
Schlussfolgerung: In unserer Studie hatten Patienten mit T1b-Blasentumoren im Vergleich zu Patienten mit T1a-Tumoren schlechtere onkologische Ergebnisse in Bezug auf Rezidiv, Progression und Überlebensraten. Daher sollte die Beurteilung des T1-Substagings standardisiert und routinemäßig bei der pathologischen Beurteilung dieser heterogenen Tumoren durchgeführt werden, um bei der klinischen Entscheidungsfindung zwischen sofortiger/früher radikaler Zystektomie und intravesikaler BCG-Therapie zu helfen.
