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50. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie

02.05. - 04.05.2024, München

Prospektiver Vergleich von objektiver vs. subjektiver Einstufung von Komplikationen nach Zystektomie

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Annkathrin Sarah Holz - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Benedikt Ebner - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Judith Hirsch - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Yannic Volz - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Lennert Eismann - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Nikolaos Pyrgidis - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Julian Hermans - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Marie Semmler - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Christian Georg Stief - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland
  • Gerald Bastian Schulz - LMU Klinikum Campus Großhadern, München, Deutschland

Bayerische Urologenvereinigung. Österreichische Gesellschaft für Urologie und Andrologie. 50. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie. München, 02.-04.05.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. Doc24urobay79

doi: 10.3205/24urobay79, urn:nbn:de:0183-24urobay793

Published: April 26, 2024

© 2024 Holz et al.
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Text

Einleitung: Die Zystektomie ist mit einer hohen Komplikationsrate verbunden. Der Comprehensive Complication Index (CCI, Skala von 0-100) und die Clavien-Dindo-Klassifikation (CDC, Grad I-V) ermöglichen es, diese Ereignisse zu bewerten. Die Patientenperspektive und die Einstufung der subjektiv wahrgenommenen Schwere der Komplikationen wurden jedoch noch nie untersucht. Diese prospektive Studie vergleicht CDC- und CCI mit der subjektiven Einstufung der Patienten.

Methoden: Die perioperativen Komplikationen von Patienten nach Zystektomie wurden prospektiv anhand des CDC und des CCI bewertet. Drei Monate nach der Entlassung baten wir alle Patienten um eine subjektive Einstufung der postoperativen stationären Komplikationen (keine Komplikationen/geringfügige Komplikationen/schwerwiegende Komplikationen). Zudem wurden klinisch-pathologischen Variablen, Bildungsstatus (International Standard Classification of Education (ISCED)), perioperative Schmerzen (keine Schmerzen/geringe Schmerzen/mittlere Schmerzen/starke Schmerzen/extreme Schmerzen) und die allgemeine Bewertung des perioperativen Managements (sehr gut/gut/befriedigend/ausreichend/unzureichend) erhoben. Die Studie wurde durch die zuständige Ethikkommission genehmigt.

Ergebnisse: Es wurden 73 Patienten (62 Männer, 11 Frauen) prospektiv eingeschlossen. Laut CDC hatten 26% der Patienten keine Komplikationen, 63% leichte Komplikationen (CDC Grad I-IIIa) und 11% schwere Komplikationen (CDC Grad ≥IIIb). Der CCI betrug im Mittel 20,9 (SD 16,2, Minimum 0, Maximum 71,3). 51% der Patienten erlebten subjektiv keine, 42% leichte, und 7% schwere Komplikationen. 59% der Patienten, welche subjektiv Komplikationen erlitten hatten, fanden diese völlig akzeptabel. Sowohl CDC als auch CCI korrelierten nur moderat mit der subjektiven Einschätzung (CCI: r=0.32, p=0.006; CDC: r=0,26, p=0,028; Spearman Korrelation). Abhängig von der Übereinstimmung zwischen der CDC und der subjektiven Bewertung der Komplikationen wurde die Kohorte in drei Gruppen unterteilt: 48% waren „Realisten“, 40% „Optimisten“ und 12% „Pessimisten“. Beim Vergleich dieser drei Gruppen gibt es keine Unterschiede bezüglich Alter, Geschlechterverteilung, Tumorstadium, postoperativen Schmerzen, Bildungsgrad oder der allgemeinen Beurteilung des perioperativen Managements.

Schlussfolgerung: Die von den Patienten wahrgenommene subjektive Schwere der Komplikationen nach Zystektomie korreliert nur geringfügig mit etablierten objektiven Bewertungsskalen wie der CDC und dem CCI.