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Keine „gewöhnliche“ Glaskörperhämorrhagie – das Terson-Syndrom
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| Published: | May 14, 2025 |
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Hintergrund: Das Terson-Syndrom bezeichnet eine Glaskörperhämorrhagie bei Vorliegen einer Subarachnoidalblutung (SAB). Diese entsteht durch das Fortleiten von Blut über die Liquorscheiden des Nervus opticus in den Glaskörperraum. In den meisten Fällen verläuft diese Komplikation einer SAB subklinisch bzw. stumm. Die Häufigkeit des Auftretens eines Terson-Syndroms bei SAB schwankt in der Literatur zwischen 14–45% (1). Das Vorliegen eines Terson-Syndroms ist mit einer Odds-Ratio von 4,8 mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden an einer Subarachnoidalblutung zu versterben als beim Fehlen einer solchen Glaskörperhämorrhagie.
Methodik: Es wird über einen Patientenfall mit Terson-Syndrom berichtet.
Ergebnisse: Eine 45-jährige Patientin wurde aufgrund eines mehrwöchigen sichelförmigen Gesichtsfelddefekts am rechten Auge konsiliarisch in unserer Klinik vorgestellt. Sechs Wochen zuvor war ein Coilling und Clipping eines Basilariskopfaneurysmas bei Subarachnoidalblutung vorausgegangen. Der Visus am rechten Auge betrug 1/20, links 1,0. Der IOD war normwertig und im Bereich des vorderen Augenabschnitts regelrecht. Funduskopisch imponierten am rechten Auge eine dichte ältere Glaskörperhämorrhagie mit Adhäsion papillär, die Macula war nicht suffizient einsehbar. Links regelrechter Netzhautbefund. Aufgrund der unzureichenden Resoporptionstendenz erfolgte nach Verbesserung des Allgemeinzustands und Erlangung der Narkosefähigkeit der Patientin eine Vitrektomie. Direkt Postoperativ kam es zu einer deutlichen Visusverbesserung auf 0,4.
Schlussfolgerung: In den meisten Fällen verläuft ein Terson-Syndrom subklinisch und führt nicht zu einer ophthalmologischen Konsultation. Insbesondere aufgrund einer erhöhten Mortalität bei Vorliegen eines Terson-Syndroms bei SAB, oftmals langen Aufenthalten auf neurologischen/neurochirurgischen Intensivstationen sowie reduziertem Allgemeinzustand und neurologischen Ausfällen. Bei ausgeprägten Befunden lässt sich eine visusmindernde, meist zentrale Glaskörperhämorrhagie mit Bezug zur Papille feststellen. Bei solch ausgeprägten Befunden und damit assoziierter unzureichender Spontanremission kann eine Vitrektomie mit Abtragung der Blutungsreste zu einer erheblichen Visusverbesserung führen.
