gms | German Medical Science

31. Jahrestagung der Sachsen-Anhaltisch-Thüringischen Augenärztegesellschaft - SATh 31

Sachsen-Anhaltisch-Thüringische Augenärztegesellschaft e.V.

30.08. - 31.08.2024, Magdeburg

Okuläre Sarkoidose

Meeting Abstract

Search Medline for

  • Stefan Spyra - Magdeburg
  • C. Schuart - Magdeburg
  • H. Thieme - Magdeburg

Sachsen-Anhaltisch-Thüringische Augenärztegesellschaft. 31. Jahrestagung der Sachsen-Anhaltisch-Thüringischen Augenärztegesellschaft – SATh. Magdeburg, 30.-31.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2025. Doc24sath37

doi: 10.3205/24sath37, urn:nbn:de:0183-24sath378

Published: May 14, 2025

© 2025 Spyra et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License. See license information at http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Outline

Text

Hintergrund: Im ‚Dschungel‘ der Differenzialdiagnosen im Gebiet der entzündlichen Augenerkrankungen ist die okuläre Sarkoidose eine bedeutende Krankheitsentität. Neben dem vielseitigen klinischen Erscheinungsbild, der sich sowohl im vorderen als auch im hinteren Augenabschnitt manifestieren kann, ist für die Diagnosefindung Interdisziplinarität gefragt.

Methoden: Anhand zwei klinischer Fälle soll die Varietät des Krankheitsverlaufes geschildert werden. Es handelt sich hier einmal um einen Patienten mit einer einseitigen akuten Sarkoidose (Wahrscheinlichkeitsgrad „wahrscheinlich“). Beim zweiten Fall handelt es sich um einen Patienten mit beidseitigen Makulaödem und peripherer Periphlebitis mit Ischiämiearealen und Makulaödem, der in der Zusammenschau der Befunde den Wahrscheinlichkeitsgrad einer „vermuteten okulären Sarkoidose“ erfüllt. Beide Patienten befinden sich in domo noch in laufender Therapie

Ergebnisse: Im ersten Fall wurde zuerst mit einer sechsmonatigen systemischen Therapie mit Prednisolon und lokalen Corticosteroiden begonnen. Nach dem Ausschleichen kam es zu einem erneuten Rezidiv des Entzündungszustandes sowie einer Tensionsentgleisung als Sekundärkomplikation, die in domo operativ mittels Trabekulotomie behandelt wurde.

Im zweiten Fall wurde ein bestehendes Makulaödem bis zum Ausschluss infektiologischer Ursachen mittels Acetazolamid erfolgreich behandelt. Im weiteren Verlauf zeigte sich in der Fluoreszenzangiografie eine beidseitige Periphlebitis mit konsekutiven Ischiämiearealen, die eine systemische Prednisolontherapie über mehrere Monate notwendig machte. Des Weiteren wurden die Ischiämieareale in diesem Intervall mittels peripherer Photokoagulation versorgt. Nach Ausschleichen der Cortisontherapie zeigte sich auch hier ein Rezidiv der Periphlebitis, weshalb wir eine systemische Therapie mit Ciclosporin A planen.

Schlussfolgerung: Bildgebende Verfahren sowie labormedizinische Parameter sind notwendig, um einen möglichen Verdacht auf okuläre Sarkoidose zu erhärten. Histopathologische Proben, die die Diagnose zweifelsfrei sichern können, sind hingegen oft nur sehr selten und mit einem erhöhten Risiko für den Patienten zu gewinnen. Daher haben sich im klinischen Alltag Stufen an Wahrscheinlichkeitsgraden für das Vorliegen einer okulären Sarkoidose etabliert. Dieser Vortrag soll diese Einstufungen näher beleuchten.